Social Businesses in Kärnten auf dem Vormarsch

Das Projekt „Social Innovation Lab Carinthia“ (SILC), eine Kooperation zwischen dem Land Kärnten und der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt (Institut für Innovationsmanagement und Unternehmensgründung; IUG), läuft seit bereits über einem Jahr sehr erfolgreich. Es zielt darauf ab, in Kärnten das Bewusstsein für gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen zu aktivieren und Menschen zu ermutigen, Ideen zum Meistern dieser Herausforderungen zu entwickeln und umzusetzen. Im Rahmen von SILC erstellte die Universität unter dem Titel „Social Innovations und Social Businesses – Eine Vermessung Kärntens“ einen Report zu gesellschaftsrelevanter Innovationstätigkeit in Kärnten.

„Social Businesses sind weltweit auf dem Vormarsch. Für sie steht die Bewältigung gesellschaftlicher und/oder ökologischer Probleme im Vordergrund, der Erfolg wird nicht nur an ökonomischer Leistungsfähigkeit gemessen. Es handelt sich beim nun erschienenen Report um einen ersten Einblick in diese Landschaft in Kärnten und um eine Darstellung von Potentialen zur Weiterentwicklung“,

erläutern Gesellschaftslandesrätin Sara Schaar und IUG-Leiter Erich Schwarz die Inhalte des Reports, der auf der Homepage des Projektes www.silc.aau.at abrufbar ist.
65 unterschiedliche Social Innovations und Social Businesses aus Kärnten wurden identifiziert und sind im Bericht vertreten, sechs davon werden darin detaillierter porträtiert. Die meisten von ihnen beschäftigen sich mit dem Thema Klimaschutz (28 %), gefolgt von Gesellschaft/Zusammenleben (23 %), nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung (12 %), Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft (12 %) sowie nachhaltige innovative Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion (8 %).

„Somit ergibt sich eine große Gruppe, die Beiträge zur Etablierung einer Kreislaufwirtschaft und zur Schaffung von Bewusstsein für nachhaltige und regionale Produktion leistet“,

freut sich Schaar als Klimaschutz-Referentin über die Ergebnisse. Auch ihre Beiträge zu den Nachhaltigkeitszielen (SDGs) werden im Report dargestellt, wobei hier Maßnahmen zu Klimaschutz, nachhaltigem Konsum und Produktion, Gesundheit und Wohlergehen prominent vertreten sind.
Weitere Ergebnisse: Ein Viertel der identifizierten Unternehmungen ist international tätig. Und obwohl das Unternehmertum immer noch eher männlich dominiert ist (auf 100 männliche Entrepreneure kommen 80 weibliche), zeigt sich bei Social Businesses, dass hier 43 Prozent der Führungspositionen rein weiblich besetzt sind (42 Prozent männlich, 15 Prozent gemischte Führungsteams). 

„Viele Kärntnerinnen und Kärntner beschäftigen sich tagtäglich mit gesellschaftsrelevanten Herausforderungen und entwickeln Innovationen zum Wohle vieler und setzen diese mit unternehmerischen Ansätzen um. Der vorliegende Bericht holt diese sozialen Innovatorinnen und Innovatoren sowie Entrepreneure vor den Vorhang. Der Bericht soll aber nicht nur informieren, sondern auch möglichst viele inspirieren“,

so Schwarz. 
Im Bericht wird weiters diskutiert, welche regionalen Rahmenbedingungen es für die Unterstützung von Social Businesses braucht.

„Für die Politik stellt dieser Report somit eine wichtige Grundlage dar, wenn es darum geht, soziale Innovatorinnen und Innovatoren bestmöglich zu unterstützen. Das Potential in diesem Bereich ist in Kärnten jedenfalls groß, die Innovationskraft eindrucksvoll. Es gilt, Social Businesses umfassend zu fördern, sie zu stärken und ihnen Vernetzungen zu ermöglichen“,

so Schaar. Ein konkreter nächster Schritt sei die nächste Runde des SILC-Ideenwettbewerbs, der auch darauf abzielt, das Social-Business-Netzwerk in Kärnten zu erweitern. Die Universität Klagenfurt setzt u. a. auch auf zusätzliche Kooperationen sowie auf Veranstaltungen und Kurse in unterschiedlichen Studiengängen zum Thema Social Entrepreneurship.

„Das Ziel ist klar: Wir wollen Kärnten als Drehscheibe für gesellschaftsrelevante Innovationen im Alpen-Adria-Raum positionieren“,

schließt Schaar.