SPÖ und Corona-Impfpflicht⁉️

Die SPÖ war in Sachen Corona-Bekämpfung lange Zeit, und das mit gutem Grund, skeptisch gegenüber einer Impfpflicht. Wir waren davon überzeugt, dass die Bürger*innen auf Basis des Vertrauens auf unser Gesundheitssystem, in Medizin und Wissenschaft, selbst die Wichtigkeit und die Chance zur Bekämpfung der Pandemie durch die Impfung erkennen. Durch die Fehlkommunikation der Bundesregierung bzw. durch den damaligen Bundeskanzler Kurz („Corona-Pandemie gemeistert“) sowie durch das verantwortungslose Agitieren der FPÖ, die den Menschen wiederholt und entgegen allen Warnungen von Mediziner*innen einredet, das Virus sei mit einem überdosierten Pferdeentwurmungsmittel oder ASPIRIN zu bekämpfen, konnte das Ziel, eine Durchimpfungsrate von über 80% der Bevölkerung, bis dato nicht erreicht werden. Das, obwohl genügend Impfstoffe zur Verfügung standen und stehen.
Daher hat die SPÖ – insbesondere im Lichte der Gesamtverantwortung für die Bürger*innen und vor allem auch aus Verantwortung gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen – ihre Position der aktuellen dramatischen Situation angepasst. Primär die impfbare, erwachsene Bevölkerung hat ihre Verantwortung wahrzunehmen: für sich, für das eigene Umfeld, für die Kinder.
Die SPÖ hat sich diese Entscheidung weder leicht gemacht, noch wird sie einen Beschluss diesbezüglich – ohne den genauen Gesetzesvorschlag im Detail zu kennen und zu analysieren – frank und frei mittragen. Soll heißen: wir werden uns die legistische Ausarbeitung der Impfpflicht penibel genau ansehen und prüfen, ob dieser der Verhältnismäßigkeit entspricht, sowie prüfen, ob dieser primär zur Wahrnehmung der Verantwortung der Bürger*innen gegenüber unserer Solidargemeinschaft gerecht wird.
Was wir nicht mittragen werden ist, dass Babys oder Kleinkinder dafür einer Impfung „unterzogen werden müssen“, weil gesunde, erwachsene Menschen zwar sagen, sie möchten die „Kinder schützen“ aber im Umkehrschluss teilweise selbst beratungsresistent und verantwortungslos agieren oder aus „eigener Angst vor dem Nadelstich“ andere (indirekt die Kinder) damit „vorschieben“.