Wie bereite ich junge Menschen auf ein Leben voller Herausforderungen vor? In Kärnten lautet eine der Antworten seit über 15 Jahren: mit dem bewährten Präventionsprogramm „plus“. Gestern, Donnerstag (22. Mai 2025), wurden im feierlichen Rahmen im Spiegelsaal der Kärntner Landesregierung 16 weitere Lehrkräfte offiziell zertifiziert – sie haben die vierjährige Ausbildung im Bereich Lebenskompetenz mit dem Fokus auf Sucht und Prävention erfolgreich abgeschlossen.
„Suchtprävention ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein dauerhafter Prozess. Es geht darum, junge Menschen in ihrer Persönlichkeit zu stärken, ihnen Selbstvertrauen und Handlungskompetenz mitzugeben. Genau das leistet das Programm ,plus‘ – und unsere Pädagoginnen und Pädagogen sind dabei die zentralen Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter“,
betont Gesundheitslandesrätin Beate Prettner bei der Übergabe der Zertifikate.
Erkenne Deine Grenzen!
Das Programm richtet sich an Schülerinnen und Schüler zwischen zehn und 14 Jahren – eine Lebensphase, die von großen Umbrüchen geprägt ist. Wie gehe ich mit Gruppendruck um? Wie sage ich Nein? Wie erkenne ich Risiken? Wie schütze ich mich vor Gewalt – online wie offline? Fragen wie diese werden im Unterricht ganz bewusst aufgegriffen.
Eva Maria Adlmann, zuständig für Suchtprävention im Land Kärnten, erläutert die Grundidee:
„,plus‘ ist weit mehr als reine Wissensvermittlung – es geht um emotionale Stärke, Konfliktfähigkeit und das Erkennen eigener Grenzen. Die Pädagoginnen und Pädagogen erhalten dafür praxisnahes Unterrichtsmaterial, das sie über mehrere Jahre hinweg anwenden und weiterentwickeln.“
Der suchtpräventive Aspekt von Lebenskompetenz-Programmen ist messbar: Schulen, die „plus“ anbieten, zeigen deutlich niedrigere Anstiege beim Erstkonsum von Alkohol und Tabak. Damit wird deutlich: Frühzeitige und kontinuierliche Prävention wirkt.
999 Lehrkräfte bisher geschult
Seit dem Start 2009 wurden insgesamt 999 Lehrkräfte in Kärnten geschult, 422 davon haben die umfassende Zertifizierung durchlaufen.
Prettner würdigt diesen Einsatz:
„Sie leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Gesundheitsförderung in unserem Land. Sie machen Kinder stark fürs Leben!“
„plus“ wird in enger Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Kärnten durchgeführt. Die neu ausgezeichneten Lehrkräfte (darunter auch zwei Schul-Sozialarbeiterinnen und -Sozialarbeiter) kommen aus folgenden Schulen: MS Friesach, MS Landskron, MS Villach-Auen, MS Gmünd, MS Spittal an der Drau, MS Annabichl, MS Moosburg, BG/BRG Mössingerstraße und MS Neumarkt (Steiermark).
Quelle: LPD Kärnten