Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška: 5. Zukunftsforum in St. Veit

LH Peter Kaiser, Brigitte Winkler-Komar, Sebastian Lücke (actori), Claudia Ströbitzer (Fundraising Verband Austria), Angelika Hödl (Kärntner Kulturgremium), Ulrike Kuner (IG Freie Theaterarbeit), Gabriele Semmelrock-Werzer (Kärntner Kulturstiftung) und Michael Aichholzer (Kärntner Bildungswerk) (Fotohinweis: LPD Kärnten/Jannach)
Zum Thema „Unterstützung für Kunst und Kultur” fand heute, Montag, das 5. Zukunftsforum der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška im Kunsthotel Fuchspalast in St. Veit statt. Impulse und Informationen gab es insbesondere zu den Themen Fair Pay, Künstler-Sozialversicherungsfonds, IG Netz oder Drittmittelakquise, auf die auch Kulturreferent Landeshauptmann Peter Kaiser in seiner Begrüßung einging. Das nächste und letzte Zukunftsforum findet am 19. September in Wolfsberg statt. Alle Interessierten können nach Anmeldung mitmachen.
Kaiser sagte offen, dass das heutige Thema das herausforderndste aller Zukunftsforen sei. Er verwies auf die multiplen globalen Herausforderungen durch Kriege und Klimawandel sowie auf die schwierige Situation der öffentlichen Budgets.

„Wir müssen alle Kräfte bündeln und unsere Gedanken fokussieren, damit die Kunst- und Kulturszene weiterhin stabil arbeiten kann“,

betonte er.
Der gut besuchte Saal in St. Veit zeige jedenfalls, dass Kärnten mit dem partizipativen Prozess zur Kunst- und Kulturstrategie am richtigen Weg sei.

„Das Bekenntnis zur Freiheit der Kunst ist essentiell, wenn man sich als Gesellschaft gerade in unserer herausfordernden Zeit – mit Mut zur Wahrheit und Kritikfähigkeit – in die richtige Richtung entwickeln will“,

so Kaiser.
Der Landeshauptmann nannte noch die Eckpfeiler einer „nach vorne gewandten Kunst- und Kulturpolitik“. Das seien etwa Stipendien und Preise, um in kleineren Bereichen spontan zu helfen. „Zudem haben wir die Anzahl der Dreijahresförderverträge erhöht, um den Initiativen und Einrichtungen Planungssicherheit zu geben“, erklärte er. Ebenso gebe es immaterielle Unterstützung in Form von bereitgestellten Räumlichkeiten und Beratungsleistungen.

„Wichtig ist uns auch Fair Pay. Erbrachte Leistungen sollen möglichst fair bezahlt werden. Es geht da auch um soziale Absicherung“,

so der Kulturreferent.
Kärnten bilde Fair Pay daher auch in den Förderanträgen ab. In Bezug auf die Drittmittelakquise dankte Kaiser allen kunst- und kulturaffinen Stiftungen und Unterstützenden.
Kulturabteilungsleiterin Brigitte Winkler-Komar betonte, dass es im heutigen Zukunftsforum vor allem um die freie Szene und faire Rahmenbedingungen für in Kunst und Kultur Tätige ging. Sebastian Lücke von der begleitenden Agentur actori nannte als Ziel der Kunst- und Kulturstrategie Kärnten/Koroška, die Kunst und Kultur in Kärnten für die Zukunft stark aufzustellen. Nach den Zukunftsforen gebe es jeweils Kunst- und Kultur-Werkstätten, bei denen Fachleute zu den einzelnen Themen noch mehr in die Tiefe gehen. Alle Ergebnisse und Informationen findet man laut Lücke auf der Homepage https://www.kulturstrategie-kaernten.at/.
Impulsreferate gab es beim Zukunftsforum von Ulrike Kuner, Geschäftsführerin IG Freie Theaterarbeit und Vorständin im Kulturrat Österreich, Bettina Wachermayr, Geschäftsführerin Künstler-Sozialversicherungsfonds, sowie Claudia Ströbitzer, Projektleiterin für Kulturfundraising bei Fundraising Verband Austria. An einer Paneldiskussion nahmen neben Kuner und Ströbitzer noch Angelika Hödl als Vorsitzende des Kärntner Kulturgremiums, Gabriele Semmelrock-Werzer als Vorständin der Kärntner Kulturstiftung und Michael Aichholzer als Geschäftsführer des Kärntner Bildungswerks teil. Musikalisch umrahmt wurde das Zukunftsforum von Rapper, Musiker und Entertainer Evan Parks. Aus dem Kärntner Landtag waren die Abgeordneten Stefan Sandrieser, Marina Koschat-Koreimann und Michael Reiner anwesend.
Nach den Arbeitsgruppensitzungen resümierte der Landeshauptmann, dass sich viel Konkretes ergeben habe. Man wolle nun versuchen, bestehende Strukturen um Beratungen zu Fundraising und entsprechenden Best Practice-Beispielen zu erweitern. Ein Auftrag an die Politik laute auch, Absetzbarkeiten von kulturellem Engagement, Sponsoring bis hin zum Einsatz für Gedenkkultur neu zu denken.

„Kunst und Kultur müssen noch lauter und stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, weil sie demokratiepolitische Bedeutung haben“,

so Kaiser.
Quelle: LPD Kärnten