Stabilität, Sicherheit und ein verlässliches Zuhause. Das geben derzeit 211 Pflegefamilien in Kärnten Kindern und Jugendlichen, deren Lebensweg oft von Umbrüchen geprägt ist. Um dieses Engagement zu stärken setzt das Land Kärnten jetzt einen Meilenstein in der Qualitätsentwicklung. Im Rahmen der Neuaufstellung des Kinder- und Jugendschutzes wurden neue Qualitätsstandards im Pflegekinderbereich erarbeitet.
„Mit diesen neuen Qualitätsstandards rückt das Land nun noch stärker die Bedürfnisse der Pflegekinder selbst in den Fokus und unterstützt die Familien gezielt in ihrem Alltag“,
freut sich der für Kinder- und Jugendschutz zuständige Landesrat Peter Reichmann.
Im Zentrum steht dabei das Ziel, den Kinderschutz gemeinsam mit den Familien kindzentriert systematisch zu stärken. Zentrales Ziel der neuen Standards ist eine noch stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Pflegekinder selbst“, sagt Reichmann. Der Pflegeelterndienst, bleibt dabei ein freiwilliges Unterstützungsangebot für Pflegefamilien. Bisher fanden mindestens viermal jährlich Hausbesuche durch Psychologinnen des Pflegeelterndienstes vor allem zur Begleitung und Unterstützung der Pflegeeltern statt. Künftig sollen die in der Pflegefamilie untergebrachten Kinder selbst noch stärker im Mittelpunkt stehen. Jedes Kind wird im Rahmen der Begleitung gehört und ernst genommen werden. Ziel ist es, frühzeitig auf individuelle Bedürfnisse eingehen und eine stabile Vertrauensbasis schaffen zu können.
Altersgerecht
Dabei wird methodisch sensibel und altersgerecht vorgegangen. Bei älteren Kindern stehen vertrauensvolle Gespräche im Vordergrund, während bei Babys und Kleinkindern die spielerische Interaktion und die Beobachtung genutzt werden, um Bindung, Wohlbefinden, und die allgemeine Entwicklung wahrzunehmen. Jährliche Entwicklungsberichte, Hand in Hand erstellt von Pflegeeltern und Psychologinnen, dokumentieren Fortschritte und Herausforderungen der Kinder. Sie dienen zugleich der fallführenden Sozialarbeiterin bzw. dem fallführenden Sozialarbeiter als wertvoller Ansatzpunkt für maßgeschneiderte Unterstützungsangebote. Zweimal jährlich finden Fortbildungen für Pflegeeltern statt. Der nächste Termin ist am 9. Mai 2026 im Jugend- und Familiengästehaus Cap Wörth anberaumt. Während die Eltern fachlichen Input erhalten und sich vernetzen, haben die Kindern neben den Kinderbetreuungsangebot mit Spiel und Spaß die Möglichkeit an einem kreativen Workshop teilzunehmen, der ihre Ressourcen spielerisch stärkt.
„Mit den neuen Qualitätsstandards stärken wir die Pflegefamilien und richten den Blick konsequent auf die Kinder, die unsere besondere Unterstützung brauchen“,
erklären Reichmann und die Abteilungsleiterin Gerhild Hubmann das Ziel der Maßnahmen.
Seminare
Ein weiterer Teil der Qualitätsoffensive betrifft die Seminare für neue Pflegeeltern sowie angehende Adoptiveltern. Dabei werden in eigenen Vorbereitungskursen in sechs Modulen wertvolle Inhalte vermittelt wie beispielsweise der Umgang mit traumatisierten Kindern (welche Voraussetzungen müssen Pflegeeltern mitbringen und welchen Herausforderungen müssen sie gewachsen sein), eigene Grenzen erkennen, Bewusstmachung der eigenen Stärken und Schwächen, Integrationsphasen (wie lebt sich das Kind in die Familie ein, Auseinandersetzung mit den Veränderungen, die die Aufnahme eines Pflegekindes mit sich bringt), Besuchskontakte, Auseinandersetzung mit der Herkunftsfamilie unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Pflegekindes, der Herkunftsfamilie und der Pflegefamilie etc. Ein besonderer Programmpunkt ist der Abschluss des Seminars: Erfahrene Pflegeeltern geben persönliche Einblicke in ihren Familienalltag. Sie berichten offen über Herausforderungen, Entwicklungswege der Kinder sowie über die vielen bereichernden Momente, die das Leben als Pflegefamilie mit sich bringt. Diese authentischen Erfahrungen ermöglichen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen besonders lebensnahen Zugang zur Rolle als Pflegefamilie.
„Mein erklärtes Ziel ist es, dass in Kärnten jedes Kind ruhig schlafen soll. Gerade in schwierigen Lebenssituationen brauchen Kinder verlässliche Bezugspersonen, die ihnen Geborgenheit, Struktur und Förderung bieten. Das Engagement der Pflegefamilien verdient größte gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung. Ich hoffe, dass wir mit einer noch stärkeren Unterstützung noch mehr Menschen dazu motivieren könne“,
uns dabei zu unterstützen.
Kontakt: Wenn Sie sich vorstellen können, einem Kind vorübergehend oder dauerhaft ein liebevolles Zuhause zu geben, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme beim zuständigen Referat für Jugend und Familie oder in der Fachabteilung unter der Telefonnummer:
050 536 16465. Jede Bewerbung ist ein wichtiger Schritt, um Kindern eine sichere Zukunft zu ermöglichen.