Die Hypo-Krise war eine der schwersten Belastungen in der Geschichte Kärntens. Politische Fehlentscheidungen und milliardenschwere Haftungen brachten das Land an den Rand des finanziellen Kollapses. Jetzt, über 20 Jahre später, wird diese Altlast endgültig bereinigt. Der dritte Landtags-Präsident Günter Leikam im Interview.
450 Millionen Euro weniger Schulden sind eine gute Nachricht. Aber wir müssen zuerst über den Scherbenhaufen reden, der vor rund zwanzig Jahren seinen Anfang nahm?
Günter Leikam: Absolut. Die nun erzielte Lösung unter Federführung von Finanzreferentin Gaby Schaunig zeigt wie lange uns die Folgen der Brot- und Spiele-Regierung unter der Federführung des BZÖ belastet haben. Die Hypo-Krise war das Ergebnis jahrelanger Fehlentwicklungen und politischer Fehlentscheidungen. Haftungen wurden aufgebaut, Risiken unterschätzt. Das hat Kärnten später massiv belastet. Die entscheidende Frage war aber nicht nur, wer das Problem verursacht hat, sondern wer bereit war, Verantwortung zu übernehmen und es zu lösen.
Und diese Verantwortung hat die SPÖ übernommen?
Leikam: Ja. Als die Krise ihren Höhepunkt erreicht hat, hätte man sich wegducken können. Stattdessen hat die SPÖ-geführte Landesregierung Verantwortung übernommen. Allen voran Gaby Schaunig hat darum gekämpft, eine Insolvenz Kärntens abzuwenden. Seitdem wurde Schritt für Schritt daran gearbeitet, die Folgen dieser Krise zu beseitigen. Der heutige Schuldenabbau ist das Ergebnis dieser konsequenten Arbeit.
Trotzdem hat die Aufarbeitung sehr lange gedauert. Warum?
Leikam: Weil man einen Schaden in Milliardenhöhe nicht mit einer einzigen Entscheidung beseitigt. Es ging darum, Kärnten finanziell zu stabilisieren und gleichzeitig weiter in Bildung, Pflege, Infrastruktur und Arbeitsplätze zu investieren. Genau dieser Spagat ist gelungen.
Kritiker sagen, die Politik feiert sich jetzt für etwas, das sie selbst verursacht hat.
Leikam: Man muss schon unterscheiden zwischen jenen, die die Probleme verursacht haben, und jenen, die sie lösen mussten. Niemand feiert die Hypo-Krise. Darauf kann niemand stolz sein. Worauf man aber stolz sein kann, ist, dass Kärnten heute deutlich besser dasteht als viele damals erwartet haben. Das ist das Ergebnis verantwortungsvoller Politik und harter Arbeit über viele Jahre hinweg.
Was bedeutet der aktuelle Schritt konkret für Kärnten?
Leikam: Der Schuldenstand sinkt um 450 Millionen Euro und jährlich fallen rund 12 Millionen Euro an Kosten und Zinsen weg. Das schafft Spielraum für die Zukunft. Vor allem aber bedeutet es, dass Kärnten eine Altlast hinter sich lassen kann, die das Land über Jahrzehnte gebremst hat.
Ist das auch ein politischer Erfolg der SPÖ?
Leikam: Ja, weil die SPÖ in Kärnten seit vielen Jahren Verantwortung trägt. Nicht mit großen Schlagzeilen, sondern mit seriöser Finanzpolitik. Während andere oft schnelle Lösungen versprochen haben, wurde Schritt für Schritt daran gearbeitet, Kärnten finanziell zu stabilisieren. Dieser Erfolg fiel nicht vom Himmel – er ist das Ergebnis dieser Politik.
Wenn du die Geschichte der letzten zehn Jahre in einem Satz zusammenfassen müsstest?
Leikam: Andere haben Kärnten einen Scherbenhaufen hinterlassen. Wir haben Verantwortung übernommen und räumen ihn Schritt für Schritt auf.

