Kärnten feiert 20 Jahre Chancengleichheit bei autArK – heute, Donnerstag (10. April 2025), wurde dies in der autArKademie in Brückl zelebriert. Vor zwei Jahrzehnten wurde ein Paradigmenwechsel in der „Behindertenhilfe“ eingeleitet, denn diese hat sich konsequent hin zu mehr Chancengleichheit entwickelt.
„autArK und das Land Kärnten unterstützen gemeinsam Menschen mit Behinderung, um ihnen ein möglichst selbständiges Leben zu ermöglichen. Das Engagement von autArK hat wesentlich dazu beigetragen, Barrieren abzubauen und hunderten Menschen die Chance zu geben, ihre Potentiale zu entfalten“,
gratulieren LH-Stv.in Gaby Schaunig und Landesrätin Beate Prettner, Referentin für Chancengleichheit.
Aus anfänglicher Skepsis wurden Standards
autArK trennte im Jahr 2005 die Lebensbereiche Arbeit und Wohnen. Die autArKademie in Brückl wurde damals als inklusiv geführtes Seminarzentrum sowie Beschäftigungs- und Qualifizierungsstandort für Menschen mit Behinderung eröffnet. Der damalige Weg bis zur Umsetzung sei nicht einfach gewesen und es habe viel Überzeugungsarbeit gebraucht, um die zu dieser Zeit völlig neuen Strukturen zu schaffen. Letztendlich habe man das wichtige Zukunftsprojekt aber realisieren können, erinnerte LH-Stv.in Gaby Schaunig, die bei der Entstehung vor 20 Jahren Sozialreferentin war, im Rahmen der Pressekonferenz. Auch das erste Wohnhaus mit vollbetreutem Angebot entstand zu dieser Zeit in Brückl sowie die Tagesstätte „Fair & Work“ in Ferlach.
„Aus ,Heimstrukturen‘ wurden so alltagstaugliche Wohn- und Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen. Gab es anfangs noch Skepsis für die neu eingeschlagene Richtung, zählt heute vieles davon zum Standard in der Kärntner Angebotslandschaft. Besonders stolz sind wir darauf, dass sich in Kärnten dadurch die Rahmenbedingungen für Menschen mit Behinderungen kontinuierlich verbessert haben“,
betont autArK-Geschäftsführer Andreas Jesse.
Ausbildung und Qualifizierung
Nicht nur im Bereich Arbeit, Qualifizierung und Beschäftigung sind entscheidende Schritte gelungen. Hier werden u. a. Anlehren sowie Lehrausbildungen angeboten, um Menschen mit Behinderungen eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Heute erhalten viele Klientinnen und Klienten auch eine Entlohnung nach dem Motto „Lohn statt Taschengeld“. 135 Personen werden derzeit bei autArK ausgebildet und qualifiziert.
Pilotprojekt Lehre
„Das ,Pilotprojekt Lehre‘ ist ein weiterer bedeutsamer Schritt in Richtung Chancengleichheit. Diese höchst erfolgreiche Initiative ermöglicht Jugendlichen eine individuelle Berufsausbildung, sie bekommen eine Lehrlingsentschädigung inklusive Sozialversicherungsbeitrag anstatt Taschengeld. Unterstützung erhalten Sie außerdem von Fach- sowie pädagogischen Kräften. Die Erweiterung des Erfolgsmodells von 10 auf bis zu 20 Plätze stellt sicher, mehr Menschen mit Behinderung den Zugang zu bezahlter Arbeit zu ermöglichen“,
unterstreicht Sozial- und Arbeitsmarktreferentin Schaunig.
Strukturierte Tagesangebote
autArK bietet auch vielfältige Tagesstätten und -zentren in Ferlach, Brückl und Villach an, die durch strukturierte Tagesangebote den Klientinnen und Klienten helfen, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und ihre Selbständigkeit zu fördern. Derzeit werden so 52 Personen betreut.
Neue Wohnformen
Auch im Bereich Wohnangebote hat sich viel getan. autArK betreibt zehn Wohnverbünde in ganz Kärnten, es handelt sich dabei immer um barrierefreie Wohneinheiten in gemeinnützigen Wohnhausanlagen, die voll- und teilbetreut sowie als Trainingswohnen angeboten werden. Dort leben derzeit 123 Menschen. Durch Bedarfsorientierte Wohnbegleitung für Menschen mit geringerem Assistenzbedarf sowie Mobile Wohnbegleitung für Personen, die in ihrer eigenen Wohnung leben, wird darauf abgezielt, ein selbständiges Leben zu ermöglichen. 31 Personen werden bedarfsorientiert oder mobil begleitet.
Weiterer Ausbau der Angebote
„Derzeit verfolgen wir die Strategie der De-Institutionalisierung, was bedeutet, dass wir Strukturen schaffen, damit Menschen mit Behinderung in einem noch selbstbestimmteren und inklusiveren Umfeld mit kleineren Wohneinheiten leben können. Dafür ist gemeinsam mit unseren verlässlichen Partnern wie autArK geplant, bis 2027 weitere 123 neue Wohn- und Beschäftigungsplätze sowie 164 so genannte ,Umschichtungsplätze‘ im Sinne der De-Institutionalisierung zu schaffen“,
blickt Prettner in die Zukunft.
In enger Abstimmung werden autArK und das Land Kärnten, welches die Angebote der Chancengleichheit finanziert, sowie weitere soziale Trägerorganisationen die Angebote weiterentwickeln.
Quelle: LPD Kärnten