ÖGB- und GBH-Landesvorsitzender René Willegger fordert frühere Arbeitszeiten auf Baustellen und mehr Rücksicht auf Beschäftigte im Freien. GBH-Kärnten informiert auf Baustellen.
Die anhaltenden Hitzewellen stellen Beschäftigte auf Baustellen und anderen Arbeitsplätzen im Freien vor immer größere gesundheitliche Herausforderungen. Für ÖGB Kärnten- und GBH-Landesvorsitzenden René Willegger ist deshalb klar: Der Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer muss Vorrang haben. Ein wirksamer Schritt ist es, die Arbeitszeit bei extremer Hitze in die kühleren Morgenstunden zu verlagern. Gerade körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten werden mit jeder Stunde in der Sommerhitze belastender. Während die Temperaturen rund um die Mittags- und Nachmittagszeit ihren Höchststand erreichen, haben viele Beschäftigte bereits einen Großteil ihres Arbeitstages hinter sich. Mit zunehmender Erschöpfung sinken Aufmerksamkeit und Leistungsfähigkeit – das Risiko für Unfälle und gesundheitliche Probleme steigt deutlich.
„Niemand soll seine Gesundheit aufs Spiel setzen, nur weil die größte Hitze mitten in den Arbeitstag fällt. Wer früher beginnt, kann die körperlich schwersten Arbeiten erledigen, bevor die Temperaturen kritisch werden. Das ist eine vernünftige und praktikable Maßnahme zum Schutz der Beschäftigten“,
betont René Willegger.
Klarer gesetzlicher Rahmen
Die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten bieten dafür bereits einen klaren Rahmen. Wird an besonders heißen Tagen die maßgebliche Temperaturgrenze von 32,5 Grad Celsius erreicht, kann die Hitzefrei-Regelung nach dem Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz in Anspruch genommen werden. Dabei geht es nicht darum, ganze Arbeitstage entfallen zu lassen, sondern die gefährlichsten Stunden mit extremer Hitzebelastung zu vermeiden. Für Willegger ist aber auch die Unterstützung der Bevölkerung wichtig:
„Wenn auf einer Baustelle schon in den frühen Morgenstunden gearbeitet wird, geschieht das nicht aus Bequemlichkeit, sondern aus Verantwortung gegenüber den Menschen, die dort täglich schwere körperliche Arbeit leisten. Dafür braucht es Verständnis statt Beschwerden.“
Information vor Ort
Die Beschäftigten am Bau sorgen Tag für Tag dafür, dass Straßen, Wohnraum und öffentliche Infrastruktur entstehen und erhalten bleiben. Gerade während Hitzeperioden verdienen sie daher besonderen Respekt und bestmöglichen Schutz. Seit Tagen sind die Kolleginnen und Kollegen der GBH-Kärnten auf Baustellen in ganz Kärnten unterwegs und informieren die Beschäftigten zu den Themen. Als praktische Unterstützung verweist die GBH auf ihre kostenlose Hitze-App. Sie zeigt anhand der jeweiligen Postleitzahl an, wann die für die Hitzefrei-Regelung relevante Temperatur von 32,5 Grad Celsius erreicht wird. Grundlage dafür sind die aktuellen Wetterdaten der GeoSphere Austria.

