„Die beste Zeit Kärntens liegt vor uns“

Daniel Fellner mit seiner Frau Sandra nach der Angelobung. "Ärmel hoch und anpacken", ist die Devise der Stunde. Foto: LPD Kärnten
„Wir sind hier, um etwas besser zu machen. Für unser Land und die Menschen.“ Daniel Fellner stellte in seiner Erklärung als Landeshauptmann das Verbindende in den Vordergrund. Kärnten ist für ihn das Land der Chancen, der nicht Hindernisse. Er sprach über Integration, über Wirtschaft und Tourismus. Über Fake News, Bildung, Sozialem und Gesundheitswesen. Gleichermaßen ist es ihm wichtig, der Jugend Chancen zu ermöglichen und den Älteren mit Respekt und Dankbarkeit zu begegnen. Fellner forderte auch gleichen Lohn für gleiche Arbeit von Frauen und Männern. Er hob die Bedeutung von Europa und Nachbarschaft hervor und sieht – das sagte er zweisprachig – Slowenisch als Geschenk für Kärnten. „Wir werden niemals aufgeben“, betonte Fellner und ist sich in diesem Sinne sicher: „Die beste Zeit Kärntens liegt vor uns.“

Demut

Die Erklärung als Landeshauptmann abzugeben, sei für ihn die größte Ehre seines Lebens.

„Ich nehme das Amt voller Demut und Verantwortungsbewusstsein an“,

erklärte der Landeshauptmann. Einen großen Auftrag sehe er darin, für ein ungeteiltes und starkes Europa zu kämpfen.

„In Kärnten geboren zu sein, bedeutet sechs Richtige in der Lotterie des Lebens“,

sagt Fellner.  Es seien die Menschen, die dieses Land ausmachen. Er denke hierbei aber nicht nur an Persönlichkeiten von Franz Klammer über Ingeborg Bachmann bis hin zu Udo Jürgens oder Anna Gasser. „Es sind die tausenden tüchtigen Menschen, die ihr Herz am richtigen Fleck haben. Das sind wir Kärntnerinnen und Kärntner.“ Kärnten sei zudem das Land der Freiwilligen, die zusammenstehen, wenn es darauf ankommt. Er appellierte auch an den Landtag, diese Gemeinschaft in den Vordergrund zu stellen. „Ärmel hoch und anpacken“, sei die Devise in unserer Zeit, in der viele Menschen mit Sorge in die Welt blicken. Es gelte, den Menschen Hoffnung, Stabilität und Sicherheit zu geben.

Chancengleichheit

Fellner will als Landeshauptmann alles dafür tun, dass Kärnten ein Ort ist, an dem man sich sicher fühlen kann, an dem Vertrauen wächst, an dem die Jugend ihre Ziele erreichen kann, an dem Familien Zukunft haben, an dem Ältere Respekt, Anerkennung und Dankbarkeit für Geleistetes erfahren. „Wie kann ich etwas für die Allgemeinheit tun?“, solle die Frage lauten. Wesentlich sei, dass alle Menschen gleich an Rechten und Würden sind. Hier sprach Fellner das Einkommen von Frauen an. Kärnten könne den Beweis erbringen, dass man dafür etwas weiterbringen kann. Handlungsbedarf gebe es aber auch gegen männliche Gewalt an Frauen und Kindern.

„Jede Frau hat das Recht auf Schutz und Sicherheit, jedes Kind auf Zugang an einen sicheren Ort. Wir haben in Kärnten null Toleranz gegenüber Männergewalt“,

stellte er klar.

Keine Parallelregeln dulden

Deutlich machte Fellner zudem, dass die Gesetze der Republik Österreich für alle gelten.

„Wir werden keine Parallelregeln dulden, keine Lebensformen, die gegen unsere Grundrechte verstoßen.“

Wer in unser Land komme und auch die Pflichten annehme, sei herzlich willkommen. „Es ist Platz für alle, die etwas in die Gemeinschaft einbringen wollen“, so Fellner. Sprache sieht der Landeshauptmann hier als ersten Schritt.

„Es ist keine Bitte, dass Deutsch gelernt wird. Das gilt auch für gemeinnützige Arbeit, sie ist nicht verhandelbare Bedingung und auch ein wichtiger Schritt zur Integration.“

Richtung und Orientierung dürfe nicht der Prediger im Internet geben, sondern vielmehr die einander helfende und unterstützende Nachbarschaft. „Werte eröffnen neue Perspektiven“, so der Landeshauptmann.

Jugend stärken

Als starke Säulen Kärntens und seine persönlichen Herzensanliegen bezeichnete er das Ehrenamt, die 132 Gemeinden, den Katastrophenschutz. Wichtig sei ihm die Jugend, „die es heute nicht leichter hat“. Fellner verwies auf Fake News und Horrormeldungen, die Jugendliche rund um die Uhr ausgesetzt seien.

„Wir müssen ihnen mitgeben, dass sie mit Fleiß und Hartnäckigkeit alles erreichen können, dass sie an sich glauben und niemals aufgeben sollen.“

Es müsse sich auszahlen, den Betrieb der Eltern zu übernehmen und eine gute Ausbildung zu machen.

Frühjahrsputz

Der neue Landeshauptmann forderte weiters zum „Frühjahrsputz in den Gesetzen und Vorschriften“ auf. Es gelte, diese zu vereinfachen und Verfahren weiter zu beschleunigen. Viel Potential für Arbeit, Forschung und Entwicklung, Betriebe gebe es durch die Koralmbahn und die mit ihr neu entstandene Wirtschaftsregion. „Kärnten ist Drehscheibe, nicht Randlage.“ Kärntens Naturschätze gelte es, nachhaltig zu nutzen und nicht auszunutzen. Im Tourismus solle Qualität vor Quantität stehen. Kärnten sei Industrieland und könne viele Chancen durch den schonenden Umgang mit Ressourcen, durch Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft heben.

Pflege

„Menschen, die nicht mitkönnen“, will Fellner auf keinen Fall in Stich lassen. Für die älter werdende Gesellschaft brauche es neue Pflegekräfte, eine Stärkung der Pflege zuhause und das Fördern von Quereinsteigenden.

„Wir brauchen Menschen mit großem Herz, die Pflege darf kein Businessmodell sein. Kein Gewinn mit der Pflege“,

stellte der er klar. In der Gesundheit müsse Prävention einen wesentlichen Stellenwert haben. Medizinische Grundversorgung habe wohnortnahe stattzufinden, Spitzenmedizin für heiklere Dinge sei hingegen regional zu denken. Der neue Landeshauptmann appellierte weiters dafür, dass der Zugang zu Bildung stets für alle offen sei und dass Altersarmut entschieden entgegengetreten werde. Die slowenisch Sprechenden in Kärnten bezeichnete er als „Vielfalt statt Minderheit“. Sein Aufruf lautete, dass wir eine Gesellschaft sein sollen, in der die Menschen voneinander lernen und profitieren.