Von 11. bis 13. September 2025 steht die Universität Klagenfurt erneut im Zeichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie: Beim 37. Jahreskongress der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (ÖGKJP) werden mehr als 100 Vortragende aus Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz erwartet. Knapp 600 Teilnehmende haben sich angemeldet – ein neuer Rekord.
Interdisziplinärer Zugang
Der Kongress findet alle zwei Jahre statt und Kärnten ist bereits das dritte Mal in den letzten vier Kongressen Gastgeberland – ein klares Signal für die hohe Relevanz und den stetig wachsenden Zuspruch. Besonders geschätzt wird der interdisziplinäre Zugang, den Primarius Wolfgang Wladika und sein Organisationsteam eingeführt haben: Neben Fachärztinnen und Fachärzten der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind auch angrenzende Professionen wie Psychologie, Pädagogik oder Sozialarbeit eingeladen, um das Know-how der Kinder- und Jugendpsychiatrie in alle relevanten Bereiche zu tragen.
Themen des Kongresses
Der Kongress steht unter dem Titel „Zeitenwende – Aufbruch zu neuen Dimensionen?“ und spannt inhaltlich einen weiten Bogen: Neuigkeiten aus Diagnostik und Therapie, aktuelle Diskussionen rund um das Heimaufenthaltsgesetz oder die Ausbildung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, aber auch zukunftsweisende Themen wie der Einfluss digitaler Medien auf die psychische Gesundheit oder der Einsatz von Künstlicher Intelligenz und digitaler Anwendungen in der Therapie und Diagnostik stehen auf dem Programm.
Psychische Gesundheit als gesamtgesellschaftliches Thema
„Immer mehr junge Menschen leiden an psychischen Problemen – von Konzentrationsschwierigkeiten über Ängste bis hin zu Depressionen. Diese Entwicklung zeigt klar: Psychische Gesundheit ist nicht nur ein medizinisches, sondern ein gesamtgesellschaftliches Thema“,
so Gesundheitslandesrätin Beate Prettner bei der Eröffnung.
Sie verwies auf einen Meilenstein in Kärnten: Seit 1. Jänner 2025 haben die Psychiatrischen Therapiezentren in Klagenfurt und Villach den offiziellen Status von Ambulatorien.
„Damit sichern wir niederschwellige, kostenlose und multiprofessionelle Angebote dauerhaft ab – um Kindern und Jugendlichen rechtzeitig Hilfe zu bieten, bevor kleinere Probleme groß werden.“
Hilfsangebote werden zunehmend angenommen
„Die Corona-Pandemie hat bewirkt, dass der Fachbereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie öffentlich deutlich präsenter geworden ist. Das ist auch deshalb wichtig, weil damit auch die Bereitschaft steigt, sich bei psychischen Problemen Hilfe zu holen“,
betont Wolfgang Wladika.
Denn die Corona-Pandemie bzw. die „Nachwirkungen“ hätten den Fokus auf die psychische Gesundheit junger Menschen gelenkt. Aktuell lassen sich die größten Belastungen, mit denen junge Menschen zu kämpfen haben, allerdings woanders verorten: Weltweite Unsicherheiten wie die Kriege, der Klimawandel, terroristische Vorfälle oder auch das Thema Armut setzen jungen Menschen zusehends zu. Wie darauf reagieren? – Auch das ist Thema des Kongresses.
Wladika ist es ein Anliegen, neue wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie auch mit anderen Fachrichtungen zu teilen – daher auch die interdisziplinäre Ausrichtung des Kongresses.
„Dieser Kongress bringt Expertisen aus Medizin, Psychologie, Pädagogik oder Sozialarbeit zusammen. Genau das brauchen wir: ein gemeinsames Vorgehen, um die bestmögliche Unterstützung für Kinder und Jugendliche sicherzustellen“,
so Prettner abschließend.
Quelle: LPD Kärnten