Sprache ist der Schlüssel zu Integration, Orientierung und Teilhabe. Deshalb setzt Kärnten gemeinsam mit dem Österreichischen Integrationsfonds auf ein neues, kostenloses digitales Deutschlernangebot für Menschen in der Grundversorgung. Vorgestellt wurde das Sprachlerntool im Rahmen einer Pressekonferenz von Landeshauptmann und Asylreferent Daniel Fellner gemeinsam mit Roland Goiser, stellvertretender Direktor des Österreichischen Integrationsfonds, Daniela Berger, Gesamtleitung Sprache beim ÖIF, und Mandana Poureh, Integrationsbeauftragte des Landes Kärnten.
„Sprache ist der wichtigste Schlüssel zur Integration. Wer Deutsch spricht, findet schneller Orientierung, kann Kontakte knüpfen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen“, betont Landeshauptmann Daniel Fellner. Mit dem neuen Angebot werde ein früher und verbindlicher Einstieg in den Spracherwerb ermöglicht. „Wir schaffen damit echte Integration ab dem ersten Tag. Kärnten übernimmt hier, auch dank unseres Partners ÖIF, eine Vorreiterrolle in Österreich“,
so Fellner.
Niederschwelliger Zugang ohne zusätzliche Hürden
Derzeit befinden sich 1.652 Menschen in Kärnten in der Grundversorgung, darunter rund 747 Vertriebene, die in Kärnten Schutz gefunden haben. Für Landeshauptmann Fellner ist klar: Integration muss möglichst früh beginnen – und sie braucht klare Rahmenbedingungen. Das neue Online-Lernangebot geht aus der Kärntner Hausordnung hervor. Das Erlernen der deutschen Sprache ist für Asylsuchende eine Voraussetzung dafür, Grundversorgungsleistungen zu erhalten. Gleichzeitig wird mit dem digitalen Sprachlerntool ein Angebot geschaffen, das einfach zugänglich ist und keine zusätzlichen organisatorischen Hürden verursacht.
„Wir verbinden klare Erwartungen mit konkreter Unterstützung. Wer in Kärnten Schutz und Hilfe bekommt, soll auch die Möglichkeit haben, sich von Beginn an aktiv einzubringen. Deutschlernen ist dafür die zentrale Grundlage“,
unterstreicht Fellner. Das Angebot ist über das ÖIF-Sprachportal unter
www.sprachportal.at abrufbar. Es benötigt keine zusätzliche Logistik, kein zusätzliches Personal und ist jederzeit verfügbar. Voraussetzung sind lediglich ein Smartphone und Internetzugang.
5.000 Übungen, elf Module und Online-Kurse
Daniela Berger, Gesamtleitung Sprache beim ÖIF, präsentierte die technischen und inhaltlichen Komponenten des digitalen Sprachlernangebots. Über einen QR-Code gelangen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer direkt zum Online-Lernkurs. Dieser besteht aus elf thematischen Modulen und umfasst insgesamt rund 5.000 kostenlose Online-Übungen. Die absolvierten Einheiten werden mittels Zertifikat abgeschlossen. Ergänzend gibt es einmal pro Woche einen Live-Online-Kurs mit Betreuung. Darüber hinaus stehen am ÖIF-Sprachportal mehr als 70 weiterführende Online-Kurse pro Woche zur Verfügung.
„Das Angebot ist flexibel, einfach zugänglich und kann unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden. Genau damit erreichen wir Menschen sehr früh und sehr direkt“,
so Berger.
Testlauf in Kärnten erfolgreich
Wie Mandana Poureh, Integrationsbeauftragte des Landes Kärnten, berichtete, wurde das neue Sprachlernangebot bereits in zwei Quartieren getestet. Die Rückmeldungen seien positiv gewesen.
„Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren motiviert und mit großer Freude dabei. Besonders geschätzt wurde die Flexibilität des Lerntools“,
erklärte Poureh. Für Landeshauptmann Fellner zeigt der erfolgreiche Testlauf, dass viele Menschen bereit sind, sich zu integrieren, wenn ihnen die richtigen Möglichkeiten geboten werden.
„Das bestätigt unseren Kärntner Weg: Wir setzen auf klare Regeln, frühe Sprachförderung und konkrete Chancen zur Integration“,
so Fellner.
Kärntner Weg wird konsequent ausgebaut
Bereits seit 2017 investiert das Land Kärnten gezielt in Deutschkurse als Kern von Integrationsmaßnahmen. Das neue digitale Angebot ergänzt diese bestehenden Maßnahmen und ermöglicht einen noch früheren Einstieg.
„Mit diesem Angebot wird der Kärntner Weg konsequent ausgebaut. Das digitale Lernen ergänzt unser bestehendes Angebot sinnvoll und schafft einen früheren Einstieg in den Spracherwerb“,
betont Fellner. Auch Roland Goiser, stellvertretender Direktor des ÖIF, hob die Bedeutung des gemeinsamen Angebots hervor. Der ÖIF erreicht täglich mehr als 25.000 Personen beim Deutschlernen. Für Menschen mit Alphabetisierungsbedarf werde das bestehende Angebot zusätzlich erweitert.
„Das gemeinsam mit dem Land Kärnten ausgearbeitete neue Lernangebot ‚Die 100 ersten Wörter und Sätze‘ ermöglicht einen besonders niederschwelligen Einstieg ins Deutschlernen“,
erklärte Goiser. Vermittelt werden jene Wörter und Sätze, die im Alltag unmittelbar gebraucht werden – etwa beim Grüßen und Fragen, beim Einkaufen, beim Verstehen von Terminen oder beim Finden des richtigen Weges.
Integration braucht Sprache, Regeln und Chancen
Für Landeshauptmann Fellner steht fest: Integration gelingt dann, wenn Menschen früh erreicht werden, klare Orientierung bekommen und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
„Integration ist keine Einbahnstraße. Sie braucht Bereitschaft, klare Regeln und konkrete Angebote. Mit dem neuen digitalen Sprachlerntool schaffen wir genau das: einen frühen, niederschwelligen und verbindlichen Einstieg in die deutsche Sprache – und damit in ein gutes Zusammenleben in Kärnten“,
so Fellner abschließend.