#ichbinESwert: Weil Kinderschutz uns alle betrifft!

Kampagnenstart #ichbinESwert: Sylvia Greiler, Christoph Triefhaider (qSTALL), Landesrätin Sara Schaar, Winfried Dareb (qSTALL), Monika Klengl mit Mia und Raphael Schmid (von links) - Fotohinweis: Büro LR.in Schaar
Die Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz startet gemeinsam mit Kärntner Kommunen und unterstützender Finanzierung aus Mitteln des Kärntner Gesundheitsfonds eine neue Öffentlichkeitskampagne, die sich dem leider auch heute noch alltäglichen Phänomen „Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ widmet. Dabei geht man ganz im Sinne des übergeordneten Gesamtvorhabens „Kärnten lässt kein Kind zurück“ neue Wege, wie Landesrätin Sara Schaar, Referentin für Kinder- und Jugendhilfe und Kinderschutz, der Kinderschutzbeauftragte des Landes Kärnten Raphael Schmid, Ferlachs Vizebürgermeisterin Monika Klengl und die St. Veiter Stadträtin Sylvia Greiler im Rahmen einer Pressekonferenz heute, Dienstag (21. November 2023), betonen.

„Merken sollte man sich den Hashtag #ichbinESwert, dem man ab sofort – online wie offline – öfter begegnen wird“,

so Schaar.

Schockierende Studien

Im Laufe des Aufwachsens, also bis zur Volljährigkeit, erlebt laut nationalen und internationalen Studien jedes 10. Kind sexuellen Missbrauch, jedes 5. Kind sexuelle Gewalt, jedes 4. Kind körperliche Gewalt und jedes 3. Kind psychische Gewalt. Statistiken zu diesem Thema sind mit Vorsicht zu genießen, da 90 Prozent aller Misshandlungs- und Missbrauchsfälle unentdeckt bleiben.

„Es ist leider auch empirisch belegt, dass sich betroffene Kinder meist mehrmals und an unterschiedliche Erwachsene wenden müssen, um endlich Gehör zu finden. Das wollen wir ändern! Weil Kinderschutz uns alle betrifft, starten wir nun die Kampagne #ichbinESwert“,

erklärt Schaar.

Jetzt braucht es Deine Geschichte!

Zum Kampagnen-Auftakt werden nun unter dem Motto „Let’s talk about Gewalt“ Menschen ab 19 Jahren gesucht, die in ihrer Kindheit oder Jugend Opfer von Gewalt waren, und die mit dem Erzählen ihrer persönlichen Geschichte einen Beitrag zur Verbesserung der aktuellen und künftigen Lebenssituation von Kinder und Jugendlichen, die von Gewalt betroffen sind, beitragen wollen.

„Für uns ist es wichtig, dass die Gesellschaft erfahren kann, wie die Betroffenen mit ihren traumatisierenden Erfahrungen umgegangen sind, ob und wo sie Hilfe gefunden haben oder was sie Betroffenen in ähnlichen Situationen raten würden“,

begründet Schmid, Leiter der Fachstelle Kinderschutz.
Die persönlichen Geschichten werden – auf Wunsch natürlich komplett anonymisiert – in Form von Videos, Sujets mit prägnanten Aussagen u. Ä. aufbereitet und über unterschiedliche Kanäle, online wie offline, ausgespielt.

Gesellschaftlichen Diskurs anregen

„Die Einbindung von Betroffenen soll dazu beitragen, die Bevölkerung zum Hinsehen, Hinhören und Handeln anzuregen, einen gesellschaftlichen Diskurs anzuregen und Gewalt in der Erziehung oder in Institutionen zu enttabuisieren. Wir wollen aber auch Betroffenen zeigen: Du bist nicht alleine! Es gibt Hilfe! Es gibt Menschen, die zuhören, die Dich ernst nehmen und es gibt Menschen, denen Ähnliches widerfahren ist“,

so Schaar.
Auf der eigenen Landingpage www.ichbineswert.at (sowie auf den zugehörigen Facebook– und Instagram-Seiten) findet man alle Geschichten, aber auch Anlaufstellen, an die sich Betroffene wenden können. Es lohnt sich, hier immer wieder einmal „hineinzuklicken“, da die Kampagne so ausgelegt ist, dass sie stetig wachsen soll und immer neue Geschichten und Themen aufgreifen wird.  

Kommunen aktiv eingebunden

Bei #ichbinESwert spielen auch die Kärntner Kommunen, Vereine, Institutionen oder Unternehmen eine große Rolle.

„Auch diese sprechen wir mit unserer Kampagne aktiv an und suchen Kommunen, Vereine oder Institutionen, die ihre Kinderschutz-Verantwortung noch stärker wahrnehmen und sich an der Kampagne beteiligen wollen – indem sie ihre (Online-)Kanäle oder Werbeflächen und regionalen Kontakte und Netzwerke zur Verfügung stellen bzw. indem sie uns bei der Suche nach persönlichen Geschichten zu Gewalterfahrungen in der Kindheit behilflich sind“,

erklärt Schmid.
Die Klagenfurt Werbemanufaktur qSTALL begleitet die Teilnehmenden umfassend mit individuell gestaltetem Kampagnenmaterial zu #ichbinESwert.

Erste Gemeinden mit an Bord

Die Stadtgemeinde Ferlach und die Stadt St. Veit sind bereits Teil der Kampagne. Sie waren und sind – neben Fachkräften aus dem Kinderschutz-Bereich – in die Erarbeitung von Kampagnen-Inhalten und -Aktivitäten stark miteingebunden, damit die mehrjährig angelegte Kampagne bestmöglich zu ihrer eigenen lokal wirksamen Kampagne wird.

Ferlach lässt kein Kind zurück

„Als kinderfreundliche Gemeinde setzen wir uns in Ferlach u. a. im Rahmen des Projektes ,Kein Kind zurücklassen‘ aktiv für die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Kinder und Jugendlichen ein. Dazu gehört, u. a. durch eine stärkere Vernetzung von jenen, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, frühzeitig auf Gewalt an Kindern aufmerksam zu werden, aber auch, die Bevölkerung für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren“,

beschreibt Monika Klengl, Vizebürgermeisterin in Ferlach, die Motivation zur Teilnahme an der Kampagne. 

Stadt St. Veit schon sehr aktiv

Die Stadt St. Veit ist bereits sehr aktiv, wenn es um die Suche nach persönlichen Geschichten und um die aktive Ansprache von örtlichen Vereinen und Organisationen geht, welche die Kampagne unterstützen wollen. Sylvia Greiler, zuständige Stadträtin in St. Veit und selbst seit 25 Jahren Elementarpädagogin, über die Beweggründe:

„In meinem Brotberuf werde ich leider viel zu oft mit Gewalt an Kindern oder Frauen konfrontiert. Die Corona-Pandemie hat dies noch verschlimmert. Betroffene brauchen eine Stimme, um all jenen, die sich nicht trauen, ihr Schicksal mit anderen zu teilen, zu zeigen, dass sie nicht alleine sind!“ 

Alle Informationen und erste Geschichten findet man auf www.ichbineswert.at!
Mehr Infos zur Arbeit der Fachstelle für Qualitätsentwicklung im Kärntner Kinderschutz auch unter kinderschutz.ktn.gv.at!
Quelle: LPD Kärnten