Das Land Kärnten setzt sich intensiv dafür ein, Menschen mit Behinderung den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt zu ermöglichen. „Lohn statt Taschengeld“ ist das erklärte Ziel – also weg von einem reinen Taschengeld und hin zu fair bezahlten Arbeitsverhältnissen. Landesrätin Beate Prettner, Referentin für Chancengleichheit, präsentierte heute, 14. Jänner 2025, im Anschluss an die Regierungssitzung eines jener Projekte, die genau dieses Ziel bereits umsetzen: das inklusive Kleinunternehmen Café-Bistro „gernda“ mitten im neuen Klagenfurter Stadtteil Harbach, das von der Diakonie de La Tour betrieben wird. Hier fließen nach Beschluss in der heutigen Regierungssitzung nun rund 360.000 Euro.
Sozialrechtliche Absicherung
„Das Besondere am Café-Bistro ,gernda‘: Im Gegensatz zu klassischen Tages- oder Werkstätten sind die Mitarbeitenden im Café-Bistro in einem regulären Dienstverhältnis tätig und erhalten ein Gehalt nach Kollektivvertrag. Sie sind damit auch sozialrechtlich abgesichert“,
so Prettner.
„Dieses Modell stärkt nicht nur die Inklusion, sondern ermöglicht es Menschen mit Behinderung, echtes Erwerbsleben zu erfahren – von der Waren-Bestellung über die Essenszubereitung bis hin zum Service. Die Integration in den ersten Arbeitsmarkt gibt ihnen nicht nur finanzielle Unabhängigkeit, sondern auch Selbstbewusstsein und gesellschaftliche Anerkennung“,
betont die Landesrätin.
Inklusion im neuen Stadtteil Harbach
Im Café-Bistro „gernda“ sind acht Menschen mit Behinderung beschäftigt, vier in der Küche und vier im Service. Sie werden von drei diplomierten Fachkräften begleitet. Verwendet werden frische, regionale und vorwiegend Bio-Produkte. Unter der Woche gibt es mittags auch eine Tageskarte. Die Bewohnerinnen und Bewohner des aufstrebenden Stadtteils Harbach können sich dort gemütlich treffen und gesunde und frisch zubereitete Speisen genießen.
Prettner unterstreicht die langjährige Vorreiterrolle Kärntens in diesem Bereich:
„Wir verfolgen seit Jahren eine aktive Strategie, um Inklusion in allen Lebensbereichen zu leben. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit und eine Frage der Gerechtigkeit, Menschen mit Behinderung die gleichen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu eröffnen. Gemeinsam mit Partnern wie der Diakonie de La Tour konnten wir bereits einige Projekte umsetzen, die österreichweit als Vorbilder dienen.“
„Pflegebonus“ auch 2025
Ein weiterer Punkt der heutigen Regierungssitzung war die Weiterfinanzierung des so genannten „Pflegebonus“, der 2022 vom Bund beschlossenen Gehaltserhöhung für das Pflege- und Betreuungspersonal sowie für Angehörige von Sozialbetreuungsberufen. Sie erhalten auch 2025 jährlich zusätzlich 2.460 Euro brutto, was das Land Kärnten rund 21 Millionen Euro als finanzielle Vorleistung für den Bund „kostet“.