Zum 29. Mal trat die Euregio Senza Confini – der Zusammenschluss der Regionen Kärnten, Friaul-Julisch Venetien dem Veneto am Montag (23. März) zusammen .Landeshauptmann Peter Kaiser: „Gemeinsam stärken wir unsere Regionen“. LR Daniel Fellner übernimmt künftig die Präsidentschaft von Kaiser.
Zum 29. Mal trat die Euregio Senza Confini – der Zusammenschluss der Regionen Kärnten, Friaul-Julisch Venetien dem Veneto am Montag (23. März) zusammen. Tagungsort war das Regierungsgebäude der Autonomen Region Friaul-Julisch Venetien in Triest. Im Zentrum stand die die Übergabe von Landeshauptmann Peter Kaiser an Nachfolger Daniel Fellner, sowie eine Bilanz der acht Jahre dauernden Euregio-Präsidentschaft von Peter Kaiser. Der ihm als Landeshauptmann nachfolgende Daniel Fellner wird auch die Rolle des Präsidenten der Euregio Senza Confini übernehmen. Die Vollversammlung markierte damit einen personellen Wechsel und zugleich den Abschluss einer Phase intensiver Weiterentwicklung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Prägende Amtszeit
Während seiner Amtszeit von 2018 bis 2026 prägte Kaiser die Euregio entscheidend: Insgesamt acht grenzüberschreitende Projekte mit einem Fördervolumen von über acht Millionen Euro wurden erfolgreich umgesetzt. Im Fokus standen dabei der Abbau bürokratischer Hürden, die Stärkung von Bildung, Wirtschaft, Tourismus und Kultur sowie die nachhaltige Verbesserung der Lebensqualität in den Grenzregionen.
„Unsere Euregio ist heute ein anerkanntes Modell erfolgreicher europäischer Zusammenarbeit“,
betonte Kaiser. Sichtbar wird das auch auf EU-Ebene: Die Euregio Senza Confini wurde als eine von nur acht Pilotregionen für das EU-Projekt „Bridge for EU“ ausgewählt. Ziel ist es, administrative und rechtliche Hindernisse in Grenzräumen systematisch zu identifizieren und abzubauen. Geplant sind unter anderem Koordinierungsstellen, die als Schnittstelle zwischen Bürgerinnen und Bürgern sowie nationalen Behörden fungieren, sowie ein öffentliches Register zur besseren Nachverfolgung grenzüberschreitender Herausforderungen. Ein weiterer Schwerpunkt in Kaisers Amtszeit war das Thema Nachhaltigkeit. Mit bisher zwei Preisverleihungen und insgesamt 18 ausgezeichneten Nachhaltigkeitsbotschafterinnen und -botschaftern wurde ein starkes Zeichen gesetzt. Die dritte Ausgabe des Nachhaltigkeitspreises im Jahr 2026 widmet sich dem Thema „Schulen für nachhaltige Entwicklung“ und rückt Bildungsprojekte mit langfristiger Wirkung in den Mittelpunkt.
„Ein echter Brückenbauer“
Besonders positiv bewertete Kaiser die aktuellen Bestrebungen von der Gespanschaft Istrien unter Präsident Boris Miletić, Vollmitglied der Euregio zu werden – ein weiterer Schritt zur Vertiefung der Zusammenarbeit im gesamten Alpen-Adria-Raum.Ein sichtbares Zeichen der engen Partnerschaft setzte Kaiser auch mit der Verleihung des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes Kärnten an den Präsidenten von Friaul-Julisch Venetien, Massimiliano Fedriga. „Fedriga ist ein echter Brückenbauer“, würdigte Kaiser die Zusammenarbeit. Diese sei stets von Vertrauen, Verlässlichkeit und einem gemeinsamen europäischen Verständnis geprägt gewesen. Auch für Kärnten habe sich diese Partnerschaft, etwa bei der Stärkung der baltisch-adriatischen Verkehrsachse, als besonders wertvoll erwiesen. Fedriga zeigte sich dankbar für die Auszeichnung und hob Kaisers Rolle hervor:
„Ich habe viel von ihm gelernt. Er ist ein lebendes Beispiel dafür, wie erfolgreiche europäische Zusammenarbeit funktioniert.“
Besonders würdigte er Kaisers „beispiellosen“ Einsatz als Vorsitzender der Euregio.
Auf Schiene gebracht
Daniel Fellner war bereits maßgeblich an der Weiterentwicklung der Zusammenarbeit beteiligt, etwa bei der Aktualisierung des Katastrophenschutzprotokolls. Ein konkretes Ergebnis ist die bessere Vernetzung der Notrufnummer 112, die eine schnellere und effizientere Zusammenarbeit der Einsatzkräfte über Grenzen hinweg ermöglicht. Ebenfalls erstmals bei der EUREGIO Vollversammlung dabei war der Präsident der italienischen Region Veneto, Alberto Stefani. Neben den großen strategischen Initiativen wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche konkrete Projekte umgesetzt – darunter SCET NET, EMOTIONWay, SMARTLOGI, FIT4CO, EU-MOVE, EGTC-NET und WORK-FAIR. Sie decken zentrale Bereiche wie Bildung, Mobilität, Logistik, Verwaltung und Kultur ab. Ergänzend wurde eine Projektdatenbank aufgebaut, um erfolgreiche Initiativen langfristig weiterzuentwickeln. Die neue grenzüberschreitende Theaterabonnement-Initiative zwischen Klagenfurt, Graz, Triest und Ljubljana ist ein weiteres Beispiel für die lebendige Zusammenarbeit im Euregio-Raum. Die nächste Vollversammlung der Euregio Senza Confini findet im Dezember in Venedig statt.

