Kärnten baut Hospiz- und Palliativversorgung aus

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Die Kärntner Landesregierung befasst sich auf Antrag von Pflege-Landesrätin Beate Prettner in ihrer kommenden Sitzung am Dienstag mit dem Ausbau der Hospiz- und Palliativversorgung. Im Fokus stehen dabei die gezielte Stärkung der mobilen Hospizbegleitung sowie der nachhaltige Strukturaufbau in Pflegeheimen und in der mobilen Pflege. Insgesamt werden auch 2026 erhebliche Mittel aus dem Hospiz- und Palliativfonds investiert, um Menschen ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen – daheim ebenso wie in stationären Einrichtungen.

„Unser Ziel ist klar: Wir wollen schwerkranke und sterbende Menschen dort bestmöglich begleiten, wo sie sich sicher fühlen – und gleichzeitig jene stärken, die diese Begleitung leisten“,

betont Prettner.

Mobile Hospizbegleitung wird ausgebaut

Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der mobilen Hospizbegleitung, die in Kärnten von Caritas, Diakonie und Rotem Kreuz getragen wird. Die mobilen Hospizteams bestehen aus ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und -begleitern sowie hauptamtlichen Koordinationskräften. Sie begleiten Betroffene und ihre Angehörigen zu Hause, in Pflegeheimen oder im Krankenhaus, arbeiten in Präsenz, telefonisch oder online. Sie bieten psychosoziale Unterstützung, Beratung, Trauerbegleitung und helfen, den Übergang zwischen Versorgungsstrukturen zu gestalten. Über 360 Ehrenamtliche sind in bisher 27 Hospizteams für Erwachsene und einem Team für Kinder und Jugendliche aktiv.
Prettner:

„2026 hat sich die Zahl der Teams erhöht, die Diakonie hat ein spezialisiertes Team für Menschen mit Behinderung aufgestellt. Damit verbunden ist eine Aufstockung der hauptamtlichen Koordination. Ehrenamt und professionelle Koordination greifen hier perfekt ineinander. Diese Teams entlasten Familien, schenken Zeit, Nähe und Orientierung – das ist unbezahlbar.“ 

Schulungen für mobile Pflegekräfte

Hospizkultur und Palliative Care wird seit Jahren auch nachhaltig in der „klassischen“ mobilen Pflege bzw. Hauskrankenpflege verankert.

„Durch das Projekt ,HPC Mobil‘ – hierbei werden Mitarbeitende in der mobilen Pflege und Betreuung speziell auf Hospiz- und Palliativkultur geschult. Wir werden das Projekt fortführen, bis dato wurden 540 Mitarbeitende in Kärnten geschult“,

betont Prettner. 2026 steht nun die nachhaltige Verankerung dieser Kompetenzen in den einzelnen Organisationen im Mittelpunkt – durch Vernetzungstreffen, vertiefende Fortbildungen und berufsgruppenübergreifende Workshops.

Hospiz- und Palliativkultur in Heimen verankern

Ein weiterer Schwerpunkt der Regierungsvorlage ist die Fortführung des Projekts Hospiz- und Palliative Care in Pflegeheimen (HPCPH). Ziel ist es, Hospizkultur und palliative Haltung dauerhaft in den Strukturen der Kärntner Alten- und Pflegeheime zu verankern. In einem rund zweijährigen Organisationsentwicklungsprozess werden Abläufe, Kommunikation, Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie der Umgang mit Angehörigen weiterentwickelt. Bisher haben sich 20 Pflegeeinrichtungen in Kärnten an diesem Prozess beteiligt, zwölf davon haben ihn bereits erfolgreich abgeschlossen. 2026 starten vier weitere Häuser in den Implementierungsprozess. Insgesamt wurden bereits über 900 Mitarbeitende in palliativer Geriatrie geschult.

„Sterben ist Teil des Lebens – gerade in Pflegeheimen. Unsere Aufgabe ist es, dafür Rahmenbedingungen zu schaffen, die Würde, Qualität und Menschlichkeit bis zum letzten Moment sicherstellen“,

sagt Prettner.

„Mit HPCPH stärken wir nicht einzelne Maßnahmen, sondern ganze Strukturen.“

Für die Projekte HPC Mobil und HPCPH sind für 2026 insgesamt rund 746.000 Euro an Budgetmittel vorgesehen. Für die mobilen Hospizteams werden zusätzlich rund 827.000 Euro bereitgestellt. Abschließend hält Prettner fest:

„Diese Investitionen sind ein klares Bekenntnis zu Menschlichkeit und Verantwortung. Wir stärken jene, die begleiten – und geben den Menschen die Sicherheit, dass sie auch am Ende ihres Lebens nicht allein sind.“