Kärntens erste Kunst- und Kulturstrategie beschlossen

Foto: LPD/Wajand
Es war sein „Herzensanliegen, dass Kärnten erstmals eine Kunst- und Kulturstrategie erhält, diese auf breiter Basis erstellt wird und damit nachhaltig und zukunftsorientiert wirkt. Und die außerdem sicherstellt, dass die Vielfalt der Kärntner Kunst- und Kulturszene gestärkt und erhalten wird“, sagte Kulturreferent LH Peter Kaiser heute bei Beschluss der Strategie bei seinem letzten offiziellen Auftritt im Kärntner Landtag.
 
Kulturreferent Kaiser, die Abteilungsleiterin der Kulturabteilung, Brigitte Winkler-Komar und all die anderen Expertinnen und Experten im Kulturbereich haben mit Vertreterinnen und Vertretern von Kulturvereinen und -Initiativen Anfang 2024 einen neuen Weg für die Erarbeitung der Kunst- und Kulturstrategie beschritten. Über 1.400 Personen haben in sechs regionalen Zukunftsforen, Stakeholder und Menschen in den jeweiligen Regionen, haben das Ziel verfolgt, die Vielfalt der Kunst- und Kulturszene zu erhalten und Alleinstellungsmerkmale unseres Kulturlandes zu schärfen.
 

„Kultur ist zum einen ein kritischer Spiegel für die Gesellschaft und zum anderen trotzdem verbindend, das ist das besondere Wesen von Kultur“,

fasste Kaiser zusammen. Für ihn sei es wichtig, dass es keine Unterscheidung von Hoch- oder Volkskultur gebe.

„Kunst und Kultur ist im Volk, wird gelebt auf allen Ebenen, ist zukunftsfähig mit all seinen Traditionen. Die Freiheit von Kunst und Kultur ist ein ehernes Prinzip einer Demokratie und der kritische Spiegel, dem sie im Stande ist, der Gesellschaft vorzuhalten, und auch eine Möglichkeit, Standpunkte neu zu denken“,

so Kaiser weiter. Kunst und Kultur schließe niemanden aus, sondern binde ein, schafft Brücken, überwindet Grenzen. Auch die Standortqualität eines Landes habe die Kunst und Kultur zum Element.
 

„Unsere Lage, Kärnten als ehemaliges Grenzland, nun im Herzen von Europa, bringt auch das Aufeinandertreffen dreier Kulturen mit sich, ist ein Vorteil für unser aller Zusammenleben“,

hielt Kaiser fest. Der Landeshauptmann betonte auch die Gedenk- und Erinnerungskultur und ihre Wichtigkeit, denn die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit sei die Grundlage, um Weichenstellungen für die Zukunft zu ermöglichen und die Werte eines Landes zu leben.
Mit dem Beschluss der neuen Strategie bekenne sich das Land zur nachhaltigen Förderung der Vielfalt von Kunst und Kultur in Kärnten in all ihren Ausdrucksformen, zu Slowenisch als Mehrwert einer zweiten Landessprache, zur Kunst- und Kulturabteilung des Landes, zur Berücksichtigung des Alleinstellungsmerkmales Kärntens durch die geographische Lage im Alpen-Adria Raum, zur Umsetzung zielgerichteter Förderprogramme und Maßnehmen oder zur Verschränkung mit anderen Strategien des Landes, wie beispielsweise den baukulturellen Leitlinien.
Die Strategie richte sich an alle im Kunst- und Kulturbereich Tätige, an politisch Verantwortliche, sowie das Publikum, auf dessen Bedürfnisse eingegangen worden ist.
In Folge des Beschlusses im Kärntner Landtag wird demnächst die Präsentation erfolgen. In Phase 5 – ab Beschluss bis 2030 – kommt es zur Umsetzung und zur breiten Veröffentlichung der Kunst- und Kulturstrategie. In Phase sechs wird 2031 eine Evaluierung der Kulturstrategie erfolgen.
Begleitet wird der Prozess zur Erstellung und Umsetzung der ersten Kärntner Kunst- und Kulturstrategie nach einer europaweit erfolgten Ausschreibung vom einschlägig erfahrenen Beratungsunternehmen actori GmbH aus München. Von den veranschlagten 800.000 Euro für den mehrjährigen Entwicklungsprozess schlagen bis dato laut Kaiser 272.000 Euro zu Buche.
 
Dass 1.400 Personen in den letzten zwei Jahren an dieser Kunst- und Kulturstrategie mitgearbeitet haben, 24 Ziele und 67 Maßnahmen erhoben und die Strategie schlussendlich erarbeitet haben und mit dem Beschluss im Landtag nun die Umsetzung erfolgen wird, trat während der Landtagssitzung kurz in den Hintergrund, als die Klubobleute aller Parteien des Kärntner Landtages die Rede Kaisers zur Kulturstrategie zum Anlass nahmen, sich beim scheidenden Landeshauptmann für die 13 Jahre der Zusammenarbeit von Exekutive und Legislative,“ für die gegenseitige Wertschätzung, seine menschliche Größe und Authentizität, seine Konsequenz, den politischen Weg, den er für Kärnten eingeschlagen hat, seine Selbstbeherrschtheit, seine Eloquenz und für sein Fachwissen“ zu bedanken.
 
Kaiser selbst ging auf seine Laufbahn auch im Landtag ein, die vor 37 Jahren mit seiner Rede nach der Wahl Jörg Haiders zum Landeshauptmann begann und vom Landtag in die Landesregierung und in die Funktion des Landeshauptmannes führte.

„Demokratie ist lebendig und ein Landtag hat die Aufgabe, durch die Gesetzgebung das Land in die Zukunft zu führen. Die Abgeordneten erfüllen ihren Auftrag, den politischen Willen der Bevölkerung hier zum Ausdruck zu bringen. Ich danke allen, die dafür arbeiten, den Abgeordneten hier, den Regierungsmitgliedern, den Vertreterinnen und Vertretern des Bundesrates, der Administration des Hauses und den Protokollführerinnen im Haus. Mein Dank richtet sich auch an alle Kärntnerinnen und Kärntner, die zu diesem Land stehen. Der Landtag ist eine Wegmarkierung für eine liberale Demokratie in einem föderalen Staat. Es lebe Kärnten, es lebe die Republik Österreich in einem gemeinsamen, Europa“,

schloss er seine letzte Rede im Kärntner Landtag. Von den Abgeordneten zum Kärntner Landtag erhielt Kaiser stehende Ovationen über alle Parteigrenzen hinweg.
 
Quelle: LPD Kärnten