Nach Vorstoß für Handyverbot in Volksschulen legt Kärnten nach: Arbeitsgruppe Medienethik vorgeschlagen

Im Fokus der Regierungssitzung heute, Dienstag, stand laut Landeshauptmann Peter Kaiser die Jugend des Landes. Im anschließenden Pressefoyer ging er auf den Kärntner Vorstoß für ein Handyverbot in Volksschulen ein. In Rücksprache mit Bildungsreferent LR Daniel Fellner schlägt er als weiteren Schritt die Einrichtung einer Arbeitsgruppe „Medienethik“ vor und spricht sich einmal mehr für politische Bildung im Unterricht aus. Weiters informierte er über das Programm 2025 des kärnten.museum, das sich besonders mit der Erinnerungskultur beschäftigt. Unter anderem werde es am 8. Mai, wo sich das Ende des Zweiten Weltkrieges in Europa zum 80. Mal jährt, im Spiegelsaal der Landesregierung eine Festveranstaltung mit Altbundespräsident Heinz Fischer und einer Lesung von Maja Haderlap geben.
 

„Wir sollten die Möglichkeiten der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt mit dem Schwerpunkt Medien und Kommunikationswissenschaft gemeinsam mit der Pädagogischen Hochschule Kärnten nutzen, um von Expertinnen und Experten wissenschaftlich aufbereitet, Lösungen zum Schutz und zur kritischen Auseinandersetzung mit modernen Kommunikationsmitteln und Social Media zu erarbeiten“,

so Kaiser zum Thema Handyverbot an Volkschulen. Neben der Medienethik brauche es dazu auch dringend politische Bildung für und zum Schutz unserer Jugend.

„Gerade aktuelle weltweite Entwicklungen mit zunehmender Radikalisierung und rechtsextremen Tendenzen machen es – ganz besonders auch bezugnehmend auf das heurige Gedenkjahr – notwendig, entsprechende Schritte einzuleiten“,

so der Landeshauptmann. Mit der politischen Bildung müsse auch schon bei den Jüngsten angesetzt werden.

„Das ist ein wichtiger Beitrag im Zuge unseres Anspruchs, Kärnten zur kinder- und familienfreundlichsten Region zu machen, und im täglichen Kämpfen für die Demokratie“,

betonte Kaiser.
 

„Kinder und Jugendliche sind die Zukunft des Landes. An sie wollen wir uns im Gedenkjahr 2025 im Sinne eines ‚währet den Anfängen‘ und eines ‚nie wieder‘ besonders wenden“,

so Kaiser. Das kärnten.museum solle in diese Zusammenhang Gedenk-, Bedenk- und Erinnerungsstätte sowie kritisches Gewissen sein. Als Kulturreferent verwies Kaiser auf die gestern eröffnete Ausstellung „Darüber sprechen“ mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen des Holocaust. Am 8. Mai werde am Abend die Hauptausstellung „HINSCHAUN! POGLEJMO!“ eröffnet.

„Wir wollen auch aufzeigen, was in der NS-Zeit in unserem Land passiert ist“,

so Kaiser. Am 13. März gebe es eine Ausstellung zur österreichischen Polizei im Nationalsozialismus, ab 7. August gehe es um die Letzten der „Gerechten unter den Völkern“ und ab 2. Oktober um den weiblichen Widerstand in Jugoslawien und Kärnten. Am 15. Mai finde in Kooperation mit dem Stadttheater Klagenfurt die Uraufführung eines Josef Winkler-Stücks statt. Unter dem Titel „Aufbruch! Kärnten & Steiermark“ eröffnet am 11. Dezember eine Sonderausstellung zur Koralmbahn. „Dabei werden wir unsere gemeinsamen Zukunftschancen aufzeigen“, so Kaiser. Weiters geplant sei eine Veranstaltung am Nationalfeiertag anlässlich 70 Jahre Staatsvertrag. Am 12. Juni werden laut Kaiser Landesregierung und Landtag im Wappensaal des Landhauses gemeinsam 30 Jahre EU-Mitgliedschaft Österreichs feiern. Davor werde im Landtag eine europapolitische Stunde abgehalten.
 
Beschlossen wurde laut Kaiser auch die Anpassung der Politikerbezüge nach dem Kärntner Bezügegesetz. Die Erhöhung von 3,3 Prozent werde im Gegensatz zu anderen Bundesländern erst mit 1. Juli 2025 geltend. Die Gesamtkosten würden 94.100 Euro betragen.
Quelle: LPD Kärnten