Peter Kaiser mit Julius-Kugy-Preis ausgezeichnet

Bernard Sadovnik, LHStv.in Gaby Schaunig, BM Peter Hanke, Altlandeshauptmann Peter Kaiser, LR.in Beate Prettner, Ulrike Wehr und LR Peter Reichmann. Foto: LPD Kärnten/Just
Der frühere Kärntner Landeshauptmann Peter Kaiser ist mit dem 19. Julius-Kugy-Preis ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand am Dienstag im BG/BRG für Slowenen in Klagenfurt statt. Der nach dem Bergsteiger und Schriftsteller Julius Kugy benannte Preis wird an Persönlichkeiten vergeben, die sich für Mehrsprachigkeit sowie das Zusammenwachsen von Völkern und Volksgruppen einsetzen.

Gemeinsam

Kaiser dankte für die Auszeichnung und betonte sein politisches Selbstverständnis:
„Ich habe mich in meinem politischen Leben immer zum Gemeinsamen bekannt.“
Die Zweisprachigkeit Kärntens bezeichnete er als „Geschenk“. Mit Blick auf gesellschaftliche Entwicklungen verwies er darauf, dass „viele Hindernisse in den Köpfen erkannt und überwunden worden“ seien und ein gemeinsamer Konsens erreicht werden konnte.

Respekt

Auch schwierige Phasen blendete Kaiser nicht aus. Trotz Rückschlägen „wie dem Einsatz am Peršmanhof“ sei es gelungen, „die Basis für nächste Schritte, für neue Meilensteine zu setzen“. Angesichts der aktuellen internationalen Lage sprach er von einer „irrsinnigen“ Situation. Kärnten könne jedoch aus seiner Geschichte lernen:

„Kärnten hat gezeigt, dass Dinge gelingen können, dass durch wechselseitigen Respekt sehr viel unerreichbar und unüberwindbar Scheinendes erreicht werden kann.“

Brückenbauer

Bundesminister Peter Hanke würdigte Kaiser als „Brückenbauer und Vorbild“. Bezugnehmend auf dessen Zitat aus der Rede von Martin Luther King sagte er, es sei „ein Traum, ein Geschenk für ein Land“, einen Landeshauptmann wie Kaiser gehabt zu haben. Er rief dazu auf, die in Kärnten gemachten Erfahrungen „gemeinsam nach Europa auszusenden“.
SKS-Obmann Bernard Sadovnik hob hervor, dass Kaiser Kärnten „immer als Raum für Begegnung und Zukunftschancen verstanden“ habe. Vielfalt habe er nicht als Trennung, sondern als verbindendes Element gesehen und sich „mit Respekt und aus echter Überzeugung für die Volksgruppe eingesetzt“.

Vorbild

Die Laudatio hielt der Autor und Verleger Lojze Wieser. Er verwies auf globale Herausforderungen wie „Krieg, Egoismus, Hass und Spaltung“ und betonte zugleich die Rolle Kärntens als Beispiel:

„Kärnten zeigt Wege aus der Sackgasse.“

Die Entwicklung hin zu mehr Miteinander sei sichtbar geworden, etwa darin, dass „die Kindheitssprache die Hinterhöfe verlassen hat und gut hörbar geworden ist“.
Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung vom Chor der Oberstufe des Slowenischen Gymnasiums.