Regierungssitzung 3 – Land Kärnten sichert faire Chancen für Kinder und Jugendliche

Unter dem Motto „Faire Chancen beim Erwachsenwerden“ präsentierte Landesrat Peter Reichmann heute, Dienstag, im anschließenden Pressefoyer jene Regierungssitzungs-Beschlüsse, die vor allem auf verbesserte Lebensbedingung von Kindern und Jugendlichen sowie deren Familien abzielen.

„Jede der heute beschlossenen Finanzierungen – vom Projekt Care Leaver über das Mobile Familiencoaching, die Lehrwerkstätte Kretha, das Mutter-Kind-Wohnen bis hin zur Kinder- und Jugend-Erholaktion – ist eine Investition in unsere Zukunft“,

betonte er.
Mit der heute beschlossenen Maßnahmenfinanzierung des Projektes Care Leaver zeige man, laut Reichmann, dass der Schutz in Kärnten nicht mit der Volljährigkeit endet. Care Leaver sind jene jungen Menschen, die in sozialpädagogischen Einrichtungen untergebracht waren oder deren Familien Unterstützung in der Erziehung hatten, und die mit 18 oder spätestens 21 aus der Kinder- und Jugendhilfe entlassen werden.

„Im Schnitt ziehen junge Erwachsene hierzulande mit 24 Jahren von zuhause aus – viele werden dann aber noch von den Eltern unterstützt. Anders ist das ausgerechnet bei Jugendlichen, die außerhalb der Familie, also in Wohngemeinschaften, Heimen oder Pflegefamilien aufwachsen und es damit sowieso schwerer haben“,

weiß der Kinder- und Jugendhilfereferent.
In den beiden Beratungsstellen in Klagenfurt und Villach oder über Einzelfallhilfen begleitet die Diakonie De La Tour beim Übergang in die Selbstständigkeit. Den ständig steigenden Bedarf untermauern Zahlen: Im Jahr 2024 wurden in beiden Anlaufstellen 1395 Kontakte gezählt – 2025 waren es schon im August 1211 Kontakte.
Steigenden Bedarf gibt es auch beim Mobilen Familiencoaching der Diakonie. Im ersten Halbjahr 2025 wurden 96 Familien unterstützt – im Jahr 2024 waren es noch 150 insgesamt.

„Das Konzept bietet kostenlose und flexible Hilfe – telefonisch oder vor Ort. Dieses niederschwellige Angebot unter dem Motto ‚auch FamilienheldInnen brauchen hin und wieder Unterstützung‘ schafft unkomplizierte Lösungen noch bevor große Konflikte entstehen“,

so Reichmann.
Verlängert werden konnte die Vereinbarung mit Pro Mente betreffend das Erfolgsprojekt „Lehrwerkstätte Ketha“ bis 2026. Jugendliche die schon langjährige Unterstützung aus der Kinder- und Jugendhilfe erhalten, haben hier die Möglichkeit den Tischlerberuf zu lernen und damit den Sprung in die Arbeitswelt zu schaffen. Seit 2021 haben hier zehn junge Menschen ihre Lehre positiv abgeschlossen.

Eine Win-Win-Situation sieht Reichmann:

„Wir eröffnen den Jugendlichen Chancen und stärken gleichzeitig unseren Arbeitsmarkt.“

Mit der Finanzierung des Mutter-Kind-Wohnens der AVS (Arbeitsvereinigung der Sozialhilfe) Kärnten und der damit verbundenen Rund-um-die-Uhr-Betreuung sowie der ebenfalls vom selben Träger durchgeführten Kinder- und Jugenderholaktion wird vor allem das chancengleiche Aufwachsen gefördert.
Quelle: LPD Kärnten