Überwiegend Positives aber auch einige Handlungsfelder zeigte die im Zuge der heutigen Regierungssitzung erstmals präsentierte Evaluierung des Kärntner Bildungs- und Betreuungsgesetzes (K-KBBG) auf. Das Gesetz trat im September 2023 in Kraft und stellt einen „Meilenstein“ der Kärntner Elementarpädagogik dar, so der eintönige Tenor. Eine Evaluierung des Gesetzes ist gesetzlich verankert, die Ergebnisse daraus wurden heute präsentiert.
Der Bildungsreferent des Landes Kärnten, Landesrat Daniel Fellner, sprach von einem „natürlichen Prozess des Nachschärfens“:
„Das Kärntner KBBG ist ein Kärntner Vorzeigemodell. Wir haben den beitragsfreien Kindergarten umgesetzt, deutliche Gehaltsanpassungen durchgeführt, eine Verdoppelung der Vor- und Nachbereitungszeiten realisiert. Und das alles sind nur einige der Errungenschaften des KBBG. Dass es bei einem solchen Meilenstein aber auch Nachschärfungen benötigen würde, war uns bewusst. Dies ist ein Prozess mit dem Ziel das beste Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz in Österreich, und darüber hinaus, zu verwirklichen.“
Die heute präsentierte Evaluierung wurde durchgeführt von der Universität Klagenfurt gemeinsam mit dem öibf (Österreichisches Institut für Berufsbildungsforschung). Die Daten beruhen auf repräsentativen Stichproben aus 15 Kärntner Gemeinden verschiedener Größenstrukturen, fünf Trägereinrichtungen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Als Erfolge hervorgehoben werden vor allem die deutlichen Gehaltsanpassungen und damit erreichte Lohngerechtigkeit von Elementarpädagoginnen und –pädagogen sowie die Verdoppelung der Vor- und Nachbereitungszeit auf 5 Stunden pro Woche in Kindergärten und erstmalige Einführung von 2,5 Stunden in Kindertagesstätten. Außerdem als positiv vermerkt wurden die verpflichtende Auszeit der Kinder von 5 Wochen, 2 davon durchgehend, sowie die Fortbildungen im Rahmen von 24 Stunden pro Jahr und ganz wesentlich die Erhöhung der Landesförderung – bereits heute, und damit deutlich vor Ende der Frist, sind 96,3 Prozent der Trägereinrichtungen auf das neue Modell umgestiegen.
Als größte Herausforderungen genannt wurden der zusätzliche Bedarf an Fachpersonal und Platzangebot, gefolgt von der budgetären Situation der Gemeinden. Grund hierfür sind unter anderem die – zum Teil bereits erfolgte – Gruppengrößenreduktion, aber auch, und dies wiederum sei positiv hervorzuheben, so Fellner, die steigende Nachfrage an Bildungs- und Betreuungsplätzen. So besuchen in Kärnten nahezu 100 Prozent aller 5-Jährigen einen Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtung, bei den Unter-3-Järhigen sind die es derzeit 37 Prozent (inkl. Tageseltern), Tendenz steigend. Außerdem im Rahmen der Evaluierung gewünscht wurde eine gesetzliche Regelung zur Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit.
Fellner nehme, so betont er, die seitens der Gemeinde, Trägereinrichtungen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geäußerten Bedenken „sehr ernst“.
„Die Optimierungsprozesse laufen und werden ständig angepasst. Zum Beispiel läuft eine intensive Ausbildungsoffensive. In den kommenden Jahren rechnen wir mit 120 Absolventinnen und Absolventen in der Elementarpädagogik pro Jahr, dazu kommen 360 Kleinkinderzieherinnen und –Erzieher im Jahr. Geplant ist außerdem ein Mitarbeiter:innenpool, um flexible Vertretungsdienste zu ermöglichen. Was den Ausbau an Plätzen in der Elementarpädagogik angeht, sind für 41 Projekte bereits die Mittel zugesichert. Mehr als 31,5 Millionen Euro werden bis 2027 investiert“,
so der Bildungsreferent.
Abschließend betont Fellner:
„Das sind wichtige Dinge, die bereits jetzt umgesetzt werden, um auch in Zukunft die besten Bedingungen innerhalb der Elementarpädagogik gewährleisten zu können.“
Für das K-KBBG wurden die Landesförderungen maßgeblich erhöht, von rund 85 Mio. Euro im Jahr auf prognostizierten 161 Millionen Euro im Jahr 2025. Wie bereits im letzten Jahr werden auch heuer zusätzliche Mittel aus dem Zukunftsfonds (FAG) direkt an die Gemeinden weitergegeben.
Quelle: LPD Kärnten