Wenn es um Leben und Tod geht, darf keine Information verloren gehen. Genau hier setzt das Kärntner Startup NoxAvis an: Mit der KI-gestützten App HeliDoc wird die Dokumentation von Notarzteinsätzen erstmals in Echtzeit digital, fehlerresistenter und für Krankenhäuser sofort nutzbar. Das junge Unternehmen steht beispielhaft für die Innovationskraft des Kärntner Startup-Ökosystems, das seit über zwei Jahrzehnten maßgeblich vom build! Gründungszentrum Kärnten getragen wird.
Im Rahmen einer Pressekonferenz im Lakeside Park präsentierten LHStv.in Gaby Schaunig, der neue build!-Geschäftsführer Martin Trink sowie Magdalena Druml, Gründerin von NoxAvis, zentrale Entwicklungen: die neue Geschäftsführung des build!, die strategische Ausrichtung der kommenden Jahre und mit NoxAvis ein Startup, das zeigt, wie aus einer Idee konkrete gesellschaftliche Wirkung entsteht.
Für Technologiereferentin Schaunig sind Startups
„ein wesentliches Fundament für die Zukunft des Wirtschaftsstandortes Kärnten. Sie treiben Innovationen voran, entwickeln neue Technologien und schaffen langfristige Arbeitsplätze. Damit aus Ideen erfolgreiche Unternehmen entstehen, braucht es starke Partner:innen – und genau hier spielt das build! Gründungszentrum eine zentrale Rolle.“
Seit mehr als 23 Jahren begleitet build! Gründer:innen von der ersten Idee bis zum Markteintritt.
Rund 300 Innovationsprojekte wurden bislang betreut, beinahe die Hälfte davon führte zu Unternehmensgründungen von technologieorientierten Startups – viele sind bis heute erfolgreich am Markt tätig.
„Das build! verbindet Hochschulen, Forschung, Wirtschaft und Förderstellen und sorgt so dafür, dass Innovationen aus Kärnten heraus wachsen können. Erfolgsgeschichten entstehen nicht zufällig, sie sind das Ergebnis eines starken Ökosystems“,
so Schaunig weiter.
Mit der Pressekonferenz wurde auch ein Führungswechsel offiziell:
Jürgen Kopeinig übergibt die Geschäftsführung des build! an Martin Trink. Unter Kopeinigs Leitung entwickelte sich das build! dynamisch weiter, die Zahl der betreuten Projekte stieg kontinuierlich und die Vernetzung im Startup-Ökosystem wurde intensiviert. Der neue Geschäftsführer bringt umfassende Erfahrung aus unterschiedlichen Startup-Regionen mit.
„Ich komme mit dem Blick eines Externen nach Kärnten und genau dieser Blick zeigt mir, wie viel hier bereits entstanden ist: ein aktives Ökosystem, engagierte Partner:innen und ein hochprofessionelles Team im build!“,
erklärte Trink.
Ziel sei es nun, diese Stärken weiter auszubauen und sichtbarer zu machen:
„Wir wollen Kärnten als Top-Startup-Standort positionieren – für Gründer:innen aus der Region ebenso wie für Talente von außen. Die Rahmenbedingungen müssen sichtbar und konkurrenzfähig sein.“
Ein besonderer Fokus liege künftig auf Kooperationen über Landesgrenzen hinaus sowie auf regionalen Stärkefeldern wie Drohnen, Mikroelektronik und Chiptechnologie.
Ein aktuelles Beispiel dafür, wie wirkungsvoll das Kärntner Ökosystem funktioniert, ist NoxAvis rund um Gründerin Magdalena Druml. Mit HeliDoc hat das Startup eine Lösung entwickelt, die Notarzteinsätze revolutioniert: Während Einsatzkräfte Patient:innen versorgen, dokumentiert eine KI-Sprachassistenz alle relevanten Daten in Echtzeit. Diese Informationen werden live und sicher an das Zielkrankenhaus übertragen – wertvolle Minuten werden gewonnen, Fehler reduziert, Überlebenschancen erhöht.
Die Idee entstand aus der Praxis:
„Während meines Studiums im Bereich Digital Healthcare bat mich ein Kollege aus dem Krankenhaus, die papierbasierte Dokumentation der Flugrettung zu digitalisieren. Daraus entwickelte sich mein erster Prototyp und letztlich die Gründung von NoxAvis“,
so Druml.
Zielgruppen sind Flugrettungsdienste, bodengebundene Rettungseinheiten sowie Krankenhäuser, die Effizienz und Patientensicherheit steigern wollen.
„Fortschritt im Gesundheitswesen hängt nicht allein von Technologie ab, sondern von den Menschen, die sie täglich nutzen. Das Feedback der Healthcare Professionals hat HeliDoc stärker geprägt als jeder Businessplan“,
berichtet Druml, die für die Unternehmensgründung nach ihrem Studium an der FH St. Pölten nach Kärnten zurückkehrte.
In fünf Jahren soll HeliDoc internationaler Standard für die Notfalldokumentation sein – inspiriert vom Erbe Florence Nightingales und konsequent praxisorientiert entwickelt.
Für NoxAvis war das build! Gründungszentrum ein entscheidender Begleiter: „build! war für uns von Anfang an ein wertvoller Sparring-Partner. Das Team hat uns nicht nur mit Know-how und Mentoring unterstützt, sondern uns auch Türen zu Netzwerken geöffnet, die wir allein nicht erreicht hätten“, betont Druml.
In diesem Jahr betreut das build! rund 25 Startups und etwa 30 weitere Projekte in der Vorbereitungsphase, in der Ideen geprüft, geschärft und marktreif gemacht werden. Das Angebot reicht von individuellem Coaching über Mentoring und Peer2Peer-Formaten bis hin zu Förderprogrammen und Infrastruktur.
Weitere Stimmen der build!-Eigentümer:innen und Partnerinstitutionen
FH Kärnten – Martin Waiguny:
„Entrepreneurship wird an der FH Kärnten groß geschrieben. Gerade an der Schnittstelle zum build! Gründungszentrum konnten bereits viele bedeutende Projekte entwickelt und umgesetzt werden. Diese Zusammenarbeit ist ein zentraler Erfolgsfaktor.“
BABEG – Markus Hornböck:
„Als Haupteigentümerin ist die BABEG überzeugt, dass das build! als Startup-Hub entscheidende Impulse für die Innovationskraft Kärntens setzt. Unsere gemeinsame Vision ist klar: Kärnten als Top-Region für Wirtschaft, Forschung und Unternehmensgründung weiter auszubauen.“
TU Graz – Andrea Hoffmann:
„Der Austausch zwischen Hochschulen, regionalen Partnern und jungen Gründerinnen und Gründern schafft wertvolle Impulse für das gesamte Innovationsökosystem.“
Jürgen Kopeinig (ehem. Geschäftsführer build!):„Es war eine großartige Zeit im build!. Ich bin überzeugt, dass Martin Trink das build! erfolgreich weiterentwickeln und neue Impulse für das Kärntner Startup-Ökosystem setzen wird.“
Hinweis:
Der nächste build! Demo Day findet am 19. März 2026 im Lakeside Spitz Klagenfurt statt. Über 200 Besucher:innen nutzten bereits im Vorjahr die Gelegenheit, Kärntner Startups kennenzulernen und über die besten Ideen abzustimmen.
Weitere Informationen:
Quelle: LPD Kärnten