Gesundheitslandesrätin Beate Prettner und Landtagsabgeordnete a. D. Ana Blatnik folgten am 2. April der Einladung von Birte Pauls, Landtagsabgeordnete in Schleswig-Holstein, nach Kiel, der Hauptstadt des deutschen Bundeslandes Schleswig-Holstein, um im Landtag über Kärntens Weg zur Modellregion Gendermedizin zu referieren. Dies war nicht die erste Auslandreise zu diesem Thema – die Modellregion Gendermedizin Kärnten erregt immer mehr Aufmerksamkeit im In- und Ausland. Rund 150 Interessierte aus der Bevölkerung sowie aus dem Gesundheits- und Pflegebereich, der Ärztekammer, der Apothekerkammer, Hebammenverbänden, Landesfrauenräten u.v.m. informierten sich im Landtag von Schleswig-Holstein darüber, warum geschlechtersensible Medizin so wichtig ist.
Frauengesundheit Thema im Schleswig-Holsteiner Landtag
Vor einiger Zeit richtete die SDP-Fraktion im Landtag Schleswig-Holstein eine sogenannte „große Anfrage“ mit 198 Fragen zum Thema Frauengesundheit an die Regierung. Bei der Beantwortung dieser wurde eine Vielzahl an Bereichen mit Optimierungsbedarf identifiziert, wie zum Beispiel die Berücksichtigung von geschlechterspezifischen Unterschieden in der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen, die Versorgung von Endometriose-Patientinnen sowie von Frauen in den Wechseljahren, das Erkennen von Depressionen bei Männern oder der Zugang zu medizinischer Versorgung von Frauen mit Behinderung.
Unterschiede berücksichtigen!
Im Erfahrungsaustausch mit Kärnten, das seit 2021 die erste Modellregion für Geschlechter-spezifische Medizin ist, wurde aufgezeigt, dass Krankheiten nicht geschlechtsneutral sind.
„Männer und Frauen zeigen unterschiedliche Symptome, der Krankheitsverlauf unterscheidet sich oft und auch Medikamente können anders wirken. Gendermedizin berücksichtigt genau diese Unterschiede – und das ist nicht nur wichtig, sondern kann auch lebensrettend sein“,
erklärte Landesrätin Beate Prettner, selbst Allgemeinmedizinerin und Gynäkologin.
„Im Rahmen der Modellregion für Gendermedizin verfolgen wir in Kärnten eine Strategie mit drei Säulen: die gezielte Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten sowie Gesundheitsberufen in diesem Bereich, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte und die Sensibilisierung der Bevölkerung“,
so Prettner.
Gesundheit aller fördern
Ana Blatnik, Landtagsangeordnete a.D., wies darauf hin, dass gerechte Medizin für alle – Frauen und Männer – nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller, der Politik, der Zivilgesellschaft, Kammern und Verbänden sowie der Wissenschaft, erreicht und sichergestellt werden kann.
„Alles Große beginnt im Kleinen“,
referierte Blatnik – wie auch der Slogan des Saarlandes lautet, in welchem erst letztes Jahr ein Austausch zur Modellregion Kärnten großen Anklang fand.
„Gendermedizin kann nicht nur die Qualität der Versorgung verbessern, sondern auch dazu beitragen, geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Gesundheitssystem zu verringern und letztlich die Gesundheit aller Menschen nachhaltig zu fördern“,
betonte Prettner weiter.
Austausch mit Schleswig-Holstein
Sie informierte, dass 2024 der österreichweit erste Fortbildungslehrgang Gendermedizin für Ärztinnen und Ärzte in Kärnten an den Start ging – mit 18 Teilnehmenden, die heuer ihre Zertifikate erhalten werden.
„Der nächste Lehrgang wird im Frühjahr 2026 beginnen.“
Prettner zeigte sich sehr erfreut, dass Frauengesundheit und Gendermedizin nun auch im neuen Programm der österreichischen Bundesregierung entsprechend Niederschlag gefunden haben und der Relevanz und Notwendigkeit dieser Themen nun auch auf Bundesebene Rechnung getragen wird.
In der Veranstaltung wurde betont, weiter im Austausch bleiben zu wollen – auf Ebene der Landtagsabgeordneten der SPD-Fraktion sowie auch mit der Geschäftsführung der Ärztekammer Schleswig-Holstein, um Kräfte zu bündeln für eine bessere und gerechtere medizinische Versorgung von Frauen und Männern.
Quelle: LPD Kärnten