Die Alpen als chancenreiche Vorbildregion

v.li.: Ewald Galle (BMLUK); Jutta Moll-Marwan (BMLUK); Michael Roth (BMLUK); LH Peter Kaiser; Elfriede Moser (Sektionschefin BMLUK); Martin Nöbauer (BMLUK); Christina Bauer (Land Salzburg); Markus McDowell (GF ÖROK); Markus Seidl (GF ÖROK) (Fotohinweis: LPD Kärnten/Augstein Medien)

„Vernetzt im Alpenraum: Verbindungen schaffen, Zukunft formen”

– unter diesem Motto kommen heute, Montag, und morgen, Dienstag, rund 120 Fachleute im Congress Center Villach zu einer Tagung zusammen. Dabei wurden sie von Landeshauptmann Peter Kaiser begrüßt. Der Alpenraum zählt zu den sensibelsten Natur-, Lebens- und Wirtschaftsräumen Europas. Zahlreiche Projekte und Initiativen arbeiten daran, die Region nachhaltiger und resilienter zu gestalten. Wichtige Organisationsform dafür ist die EU-Strategie für den Alpenraum (EUSALP), bei der Österreich und Liechtenstein 2025 gemeinsam den Vorsitz innehatten. In Villach will man nun auf nationaler Ebene die Ergebnisse dieser EUSALP-Präsidentschaft vertiefend weiterdenken.
Kaiser machte in seiner Rede den Umfang des Alpengebietes deutlich:

„Sieben Staaten, fünf davon EU-Mitglieder, 48 Regionen und über 80 Millionen Menschen.“

Es seien Länder und Regionen mit sehr ähnlichen Problemen und Herausforderungen. Schon 1990 sei die Alpenkonvention als einigendes Band für Projekte entstanden, 2015 dann die EUSALP gegründet worden.

„Das war der Beginn der Verwirklichung der Alpenidee“,

betonte Kaiser.
Maßgebliche Themen bei EUSALP seien unter anderem Mobilität, Energietransfer, Nachhaltigkeit. Die Alpen haben für Kaiser aber auch die große Chance, Vorbild für supranationale Handlungen gegen den Klimawandel zu sein.

„Und wir können hier gemeinsam Maßnahmen für die Katastrophenvermeidung und -vorsorge, insbesondere im Hinblick auf Erosion, setzen“,

führte er aus.
Kärnten sei sehr aktiv bei grenzüberschreitenden Projekten und Kooperationen, so Kaiser weiter. Er führte die Euregio „Senza Confini“, die Alpen-Adria-Allianz, Interreg und das Gemeinsame Komitee Kärnten-Slowenien an. Auch im Ausschuss der Regionen (AdR) in Brüssel könne vieles für die Menschen bewirkt werden. Diese Woche sei er wieder beim AdR und werde in diesem Rahmen auch mit Vertreterinnen und Vertretern von EUSALP zusammentreffen.

„Wir wollen in Gemeinsamkeit Menschen verbinden und Ziele im Sinne der Enkelverantwortung verwirklichen“,

sagte der Landeshauptmann.
Und an die anwesenden Fachleute richtete er sich mit dem Appell:

„Seien Sie lästig gegenüber der verantwortungstragenden Politik.“

Sektionschefin Elfriede Moser vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) hob Kohäsion als entscheidendes Instrument für Chancengleichheit hervor. In der EU-Programmperiode 2021 bis 2027 fließen laut ihr 1,2 Milliarden Euro nach Österreich, 140 Millionen Euro davon nach Kärnten. Sie sagte, dass der Bund gerade mit den Bundesländern die inhaltliche Neuausrichtung der Programme plane.

„Es geht darum, wie die Gelder wirksam und zielgerichtet in Österreich eingesetzt werden“,

so Moser.
Bezüglich EUSALP machte sie deutlich, dass es eine Initiative der Regionen sei. Die Themen Energie, Mobilitätswende, Klimawandel und Kreislaufwirtschaft würden eine sektorenübergreifende Zusammenarbeit erfordern. Es gehe um die Stärkung der wirtschaftlichen Entwicklung und das nachhaltige Management alpiner Ressourcen.
Für die Fachtagung in Villach zeichnen das Land Kärnten und das BMLUK mit der Österreichischen Raumordnungskonferenz (ÖROK) verantwortlich. Die Teilnehmenden sind österreichische Projektpartnerinnen und -partner aus alpenraumrelevanten Interreg- und weiteren EU-Programmen, deren Programmstellen, Stakeholder der EUSALP und der Alpenkonvention sowie Vertreterinnen und Vertreter relevanter ÖROK-Gremien. Zur Info: Die EUSALP umfasst die Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien, Schweiz und Liechtenstein.
 
Infos und Programm unter: https://www.oerok.gv.at/
Quelle: LPD Kärnten