Sozialreferentin LHStv. Gaby Schaunig zog nach mehr als 15 Monaten nach der Einführung der "Wohnbeihilfe neu" zufrieden Bilanz. "Wir haben ein System geschaffen, dass genau jene besser unterstützt, die es am dringendsten brauchen."
Mehr als 15 Monate nach der Einführung der „Wohnbeihilfe neu“ zieht Kärnten nun eine umfassende Bilanz – und die fällt klar aus: Die Unterstützung kommt an, sie wirkt und sie erreicht jene Menschen, die sie am dringendsten brauchen. Über 19.000 Menschen in knapp 15.000 Haushalten konnten allein im Jahr 2025 unterstützt werden. Darunter 3.280 Kinder sowie mehr als 6.000 Haushalte von Pensionistinnen und Pensionisten mit niedrigen Einkommen. Denn wenn die Miete abgebucht ist, bleibt oft nur ein schmaler Rest für den Alltag. Eine alleinerziehende Mutter mit zwei Kindern, rund 79 Quadratmeter Wohnfläche, ein Einkommen von etwa 1.840 Euro und Wohnkosten von rund 569 Euro erhält mit der „Wohnbeihilfe neu“ eine Entlastung von 294,65 Euro monatlich – und damit ein Stück finanziellen Spielraum zurück.
Gezielte Hilfe
Sozialreferentin LHStv.in Gaby Schaunig betont:
„Mit der Wohnbeihilfe neu unterstützen wir jene Menschen besser, die es am dringendsten brauchen. Genau das war unser Ziel – und genau das sehen wir jetzt auch in den Daten.“
Die Reform wurde bewusst entlang der Lebensrealitäten der Menschen aufgebaut: Einkommensgrenzen wurden angepasst, Kinder stärker berücksichtigt und gleichzeitig wurde die maximale Unterstützung auf bis zu 500 Euro monatlich erhöht. Im neuen System werden erstmals auch Eigentümerinnen und Eigentümer mit niedrigen Einkommen bei Betriebs- und Heizkosten unterstützt.
„Wohnen ist ein Grundbedürfnis – und wir haben ein System geschaffen, das dieses Grundbedürfnis absichert. Nicht pauschal, sondern treffsicher“,
so Schaunig: Dass die Unterstützung ankommt, zeigen die Zahlen: die durchschnittliche monatliche Unterstützung liegt bei 245,23 Euro, bei Betriebskosten bei rund 79 Euro.
„Besonders wichtig war uns, Alleinerziehende und ältere Menschen spürbar zu entlasten – und genau dort sehen wir jetzt auch die stärkste Wirkung“,
erklärt die Sozialreferentin. So liegt bei Alleinerziehenden je nach Haushaltsgröße die durchschnittliche Unterstützung bei der Wohnbeihilfe bis zu 450 Euro monatlich. Insgesamt wurden 1.503 Haushalte von Alleinerziehenden unterstützt, in denen 2.249 Kinder leben. Auch Pensionistinnen und Pensionisten zählen zu den größten Gruppen: Über 6.000 Haushalte mit alleinstehenden älteren Personen erhalten Unterstützung.
„Sozialpolitik muss wirken – und sie muss wissen, wo sie wirkt. Genau deshalb haben wir ein umfassendes Monitoring aufgebaut“,
betont Schaunig. Mit dem neuen System werden erstmals systematisch Daten zu Wohnkosten, Einkommen und Wohnsituation erfasst, die bislang so nicht zur Verfügung standen. So zeigt sich etwa, dass die durchschnittliche Miete bei Antragstellerinnen und Antragstellern in Kärnten bei rund 5,4 Euro pro Quadratmeter liegt – deutlich unter dem österreichweiten Schnitt. Gleichzeitig werden steigende Betriebskosten als zunehmende Belastung sichtbar.
So funktioniert die Wohnbeihilfe neu
Die Wohnbeihilfe orientiert sich am tatsächlichen Wohnungsaufwand und am Einkommen eines Haushalts. Gefördert werden Miete und Betriebskosten bis zu definierten Höchstgrenzen. Gleichzeitig wird berechnet, welcher Anteil des Einkommens für Wohnen zumutbar ist – je niedriger das Einkommen, desto geringer dieser Anteil. Die Differenz zwischen tatsächlichem und zumutbarem Wohnungsaufwand ergibt die Höhe der Wohnbeihilfe. Gedeckelt ist die Unterstützung mit maximal 500 Euro pro Monat.
Beispiel 1: Pensionist:in, alleinlebend
- – Wohnungsgröße: rund 49 m²
- – Monatseinkommen: ca. 1.255 Euro
- – Wohnkosten gesamt: ca. 511 Euro (Miete und Betriebs-/Heizkosten)
- – Monatliche Wohnbeihilfe: 254,10 Euro
Beispiel 2: Alleinerziehende Person mit zwei Kindern
- – Wohnungsgröße: rund 79 m²
- – Monatseinkommen: ca. 1.840 Euro
- – Wohnkosten gesamt: ca. 569 (Miete und Betriebs-/Heizkosten)
- – Monatliche Wohnbeihilfe: 294,65 Euro

