Jede Betriebskostenabrechnung kann bares Geld wert sein. Deshalb setzen das Land Kärnten und die Arbeiterkammer Kärnten ihre bewährte Initiative „Wir blicken durch!“ auch 2026 fort. Bereits zum 13. Mal können Kärntner Mieterinnen und Mieter sowie Wohnungseigentümerinnen und Wohnungseigentümer ihre Betriebskostenabrechnungen kostenlos von Expertinnen und Experten prüfen lassen.
Bilanz
Die Bilanz des Vorjahres zeigt, wie wichtig das Angebot ist: 813 Wohnanlagen wurden überprüft, mehr als 3.100 Menschen beraten. In fast zwei Dritteln der kontrollierten Fälle mussten Vermieter oder Hausverwaltungen ihre Abrechnungen ergänzen oder präzisieren. In 82 Fällen waren weiterführende Interventionen der Arbeiterkammer erforderlich.
„Seit mittlerweile 13 Jahren führen wir diesen Betriebskosten-Check gemeinsam durch. Die ursprüngliche Idee war Prävention – und genau das ist eingetreten. Die flächendeckende Kontrolle sorgt dafür, dass Betriebskostenabrechnungen genauer werden und Fehler seltener auftreten. Das ist ein wichtiger Beitrag zu Fairness und Transparenz beim Wohnen“,
betonte Wohnbaureferentin LHStv.in Gaby Schaunig. Auch AK-Präsident Günther Goach verwies auf den konkreten Nutzen für die Betroffenen:
„Die Aktion stellt sicher, dass Menschen nur das bezahlen, wozu sie tatsächlich verpflichtet sind. Eine kurze E-Mail oder ein Anruf genügt – wir sehen uns die Abrechnung an und helfen bei Bedarf, Fehler zu korrigieren.“
Rückerstattung
Wie wichtig eine Kontrolle sein kann, zeigen konkrete Beispiele aus der Beratungspraxis. So wurden nach einer Intervention der Arbeiterkammer in einer Klagenfurter Wohnanlage mehr als 18.000 Euro an unzulässig verrechneten Zählermieten an die Bewohnerinnen und Bewohner rückerstattet. In einem anderen Fall wurde aus einer Nachforderung von 450 Euro nach genauer Prüfung eine Gutschrift von 530 Euro. Für Schaunig steht fest, dass leistbares Wohnen nicht nur von der Höhe der Miete abhängt:
„Warum beschäftigen wir uns so intensiv mit den Betriebskosten? Weil Wohnkosten aus zwei Komponenten bestehen: der Miete und den Betriebskosten. Während die Mieten im gemeinnützigen Wohnbau in Kärnten klar geregelt sind, deutlich unter dem Privatmarkt liegen und damit insgesamt preisdämpfend wirken, entwickeln sich die Betriebskosten stark nach oben. Umso wichtiger ist es, hier genau hinzuschauen.“
Zugleich verwies die Wohnbaureferentin auf bestehende Unterstützungsmaßnahmen des Landes:
„Mit der Wohnbeihilfe haben wir in Kärnten ein wirksames Instrument geschaffen, das auch Betriebs- und Heizkosten berücksichtigt. Unser Ziel ist, dass Wohnen für die Menschen leistbar bleibt.“
Der Betriebskosten-Check 2026 läuft ab sofort bis 31. Juli. Die erforderlichen Unterlagen können unkompliziert über die Website der Arbeiterkammer Kärnten hochgeladen oder per E-Mail übermittelt werden.