Kärntner Integrationsprojekt zeigt, wie Integration, Spracherwerb und Fachkräftesicherung zusammenspielen können. Start des dritten Durchgangs mit 20 Kursplätzen ist im Juli.
Diese Woche wurde „geschnuppert“, im Juli geht es los: 20 Teilnehmer werden zwölf Wochen lang Einblick in den Baustellenalltag erhalten, werden zentrale Begriffe und Abläufe kennenlernen und handwerkliche Erfahrungen sammeln. Mit dem Projekt „Handwerk verbindet“ geht Kärnten seit drei Jahren einen praxisnahen Weg, der eine Brücke baut zwischen Integration und beruflicher Ausbildung.
„Jeder Mensch, der in Kärnten eine Ausbildung beginnt, Arbeit findet und sich eine Zukunft aufbauen kann, ist ein Gewinn für unser Land. ‚Handwerk verbindet‘ eröffnet genau diese Chancen. Das Projekt zeigt, wie Integration und Fachkräfteentwicklung erfolgreich zusammenwirken können“,
betont Landeshauptmann und Integrationsreferent Daniel Fellner. Er bezeichnet die Initiative als
„doppeltes Vorzeigeprojekt im wahrsten Sinne des Wortes: Es ist wegweisend als Integrationsprojekt und als Fachkräfteprojekt.“
Fachkräfte gewinnen
Aus Sicht der Projektpartner – Land Kärnten, Landesinnung Bau Kärnten, AMS Kärnten, Österreichischer Integrationsfonds, Kärntner Volkshochschulen, Institut für Arbeitsmigration, BAUAkademie Kärnten sowie Gewerkschaft Bau-Holz – ist vor allem das Zusammenspiel von Sprache, Orientierung, Qualifizierung und betrieblicher Praxis wesentlich. Jürgen Mandl, MBA, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten, sieht den direkten Übergang „vom Kursraum in den Betrieb“ als zentralen Schritt, um künftige Fachkräfte frühzeitig zu gewinnen. Auch Peter Wedenig, Landesgeschäftsführer des AMS Kärnten, betont, dass nachhaltige Arbeitsmarktintegration mehr brauche als Motivation: Entscheidend seien Qualifizierung, Orientierung, Begleitung und das enge Zusammenspiel zwischen den Partnern und den Unternehmen.
Win-Win-Situation
Zentral ist die Sprachförderung. Martin Häusl, Leiter des ÖIF-Integrationszentrums in Kärnten, verweist auf Deutschlernen und Arbeiten als zentrale Voraussetzungen gelungener Integration. Mag.a Beate Gfrerer, Geschäftsführerin der Kärntner Volkshochschulen, unterstreicht, dass Sprache im Projekt vor allem Sicherheit und Orientierung im Arbeitsalltag geben soll – etwa beim Verstehen von Arbeitsanweisungen, beim Fragenstellen oder in der Kommunikation im Team.
Neben dem Einstieg steht die langfristige Perspektive in der Branche im Fokus. Dietmar Stieger, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz Kärnten, betont den nachhaltigen Zugang zur Branche. Für Robert Rauter, Landesinnungsmeister Bau Kärnten, ist besonders der Schritt vom Lehrbauhof hinaus in die Betriebe entscheidend: Wenn am Ende jemand sage, „Das taugt mir, da bleib ich“, habe man viel richtig gemacht. LH Fellner ist überzeugt:
„Dieses Projekt hat nur Gewinner: Zum einen helfen wir Menschen mit nicht-deutscher Erstsprache bei der Integration, zum anderen ist es ein Beitrag, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Eine Win-Win-Situation für alle.“

