Anlässlich des Internationalen Frauengesundheitstages am 28. Mai luden gestern, Dienstag (26. Mai 2026), die Geschäftsstelle Geschlechterspezifische Medizin, der Fachbereich Frauengesundheit und das Referat für Frauen und Gleichstellung des Landes Kärnten zum „Frauen-Talk“ zu Herzgesundheit und Gendermedizin. Die Veranstaltung im Lakeside Spitz in Klagenfurt machte deutlich, wie entscheidend geschlechtersensible Medizin in Prävention, Diagnostik und Therapie ist – und warum Kärnten hier seit Jahren eine Vorreiterrolle einnimmt.
Unterschiede gezielt berücksichtigen!
Zu Beginn spannte Kardiologin Anna Rab den thematischen Bogen und ordnete die Bedeutung von Herzgesundheit im Kontext der Gendermedizin ein. Sie machte deutlich, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen häufig anders verlaufen als bei Männern, Symptome oft später erkannt werden und genau hier Wissenslücken gravierende Folgen haben können. Ihr Appell: Mehr Aufklärung, mehr Forschung und eine Medizin, die Unterschiede nicht ausblendet, sondern gezielt berücksichtigt.
Modellregion Kärnten
In der anschließenden Diskussion, an der neben Rab auch Gesundheitslandesrätin Beate Prettner, KABEG-Gleichbehandlungsbeauftragte Pauline Thamer und Primar Hannes Alber, Abteilungsvorstand für Innere Medizin und Kardiologie am Klinikum Klagenfurt, teilnahmen, unterstrich Prettner, warum Kärnten seit fünf Jahren Modellregion für Gendermedizin ist:
„Unsere konsequente Arbeit entfaltet Wirkung. Der österreichweit erste Fortbildungslehrgang für Gendermedizin ist abgeschlossen, jetzt läuft gerade der zweite. Bis Ende dieses Jahres werden wir rund 40 speziell ausgebildete Ärztinnen und Ärzte als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren hervorbringen.“
Geschlechterspezifische Medizin könne im Ernstfall Leben retten.
„Deshalb bringen wir das Thema nicht nur in die Spitäler, Ordinationen und in die Aus- und Fortbildung, sondern über die ,Gesunden Gemeinden‘ auch in die Bevölkerung – dort, wo Gesundheitskompetenz entsteht“,
so Prettner.
Kärnten bleibt weiter dran
Für die weitere Entwicklung kündigte die Gesundheitsreferentin an, Gendermedizin noch stärker strukturell zu verankern – von Krankenanstalten über Fachhochschulen bis hin zu bundesweiten Ausbildungsordnungen.
„Frauen machen 51 Prozent der Bevölkerung aus, dennoch sind viele ihrer gesundheitlichen Themen noch immer untererforscht. Das müssen wir ändern – aus gesundheitlichen, aber auch aus volkswirtschaftlichen Gründen“,
so Prettner.
Auch Frauen-Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger betont:
„Der Internationale Frauengesundheitstag erinnert uns daran, dass Gleichstellung auch in der Medizin beginnt. Frauengesundheit darf kein Randthema sein – sie ist Voraussetzung für Selbstbestimmung, Teilhabe und ein gutes Leben. Initiativen wie die Modellregion Kärnten zeigen, wie wichtig politischer Wille und langfristiges Engagement sind.“
Der „Frauen-Talk“ mit über 100 Gästen zeigte eindrucksvoll: Herzgesundheit und Gendermedizin gehen alle an – und Kärnten setzt weiterhin klare Impulse für eine moderne, gerechte Gesundheitsversorgung.